Richtig oder falsch? Die Wahrheit über Sportmythen

Apfelschorle ist das Sportlergetränk schlechthin, Magnesium hilft gegen Krämpfe und Reden beim Sport erzeugt Seitenstiche. Stimmt sicher alles, das wussten seinerzeit schließlich schon der Sportlehrer und die Großeltern. Doch hatten sie tatsächlich recht? apropos fühlt diesen und weiteren Sportmythen auf den Zahn.

© underdogstudios / Fotolia

Apfelschorle ist das beste Getränk für Sportler.

Falsch. Apfelschorle enthält viel Zucker und unser Körper benötigt zwei Stunden, um die Kohlenhydrate zu verbrennen. Am besten ist Wasser. Wer es lieber mit Geschmack mag, kann Zitrone oder Ingwer hinzufügen.

Magnesium hilft bei Krämpfen.

Falsch. Eine Studie besagt, dass Sportler bis zu 600 Milligramm Mag­nesium zu sich nehmen müssten, um eine Wirkung zu erzielen. Das wiederum hätte eine unangenehmen Nebeneffekt: Durchfall. Dann doch lieber einen Krampf aushalten.

Die Fettverbrennung geht nach dem Sport weiter.

Richtig. Wie lange die Fettverbrennung anhält, hängt allerdings von der Dauer und Intensität des Trainings ab. 30 Minuten Laufen erhöht den Fettstoffwechsel nur kurzzeitig.

Reden beim Sport führt zu Seitenstichen.

Falsch. Seitenstiche sind unter anderem auf eine zu schnelle Atmung zurückzuführen. Langsameres Laufen und gleichmäßigeres Atmen schaffen Abhilfe. Auch wenn sie sehr weh tun können: Gefährlich sind Seitenstiche nicht.

Man muss vor dem Sport viel trinken.

Richtig. Tritt das Durstgefühl ein, hat der Körper zu wenig Flüssigkeit. Aber: Direkt vor dem Sport sollte man keine halbe Flasche Wasser trinken, um den Wasserhaushalt aufzufüllen. Das belastet den Magen. Besser sind viele kleine Schlucke über den Tag verteilt.

Training hilft bei Muskelkater.

Jein, denn das kommt auf den Muskelkater an. Ist er mäßig, kann moderates Training helfen. Bei sehr starkem Muskelkater, der durch kleine Verletzungen in den Muskelfasern entsteht, kann weiteres Training das Muskelgewebe vernarben und dauerhaft schädigen. Muskelkater-Geplagte sollten stattdessen ein Päuschen einlegen – das gehört schließlich auch zum Sport dazu.

Nordic Walking entlastet die Gelenke.

Falsch. Fuß-, Knie- und Hüftgelenke werden durch die Stöcke nicht entlastet. Das ist das Ergebnis einer Studie deutscher Wissenschaftler, die die Kräfte, die beim Walken auf die Fußgelenke wirken, bei Walkern mit und ohne Stöcke untersucht haben. Es gab keinen Unterschied, die Belastung war die gleiche.

Rückenschmerzen? Bitte Rückenmuskeln trainieren.

Nein. Viel wichtiger sind kräftige Bauchmuskeln. Den berühmten Sixpack braucht es dafür übrigens nicht. Entscheidend sind die tiefen, unsichtbaren Schichten der Muskulatur.

Dehnübungen vorm Sport sind ein Muss.

Jein. Es ist erwiesen, dass Dehnübungen vor dem Sport den Spannungs­zustand senken. Experten sagen daher: Vor dem Training sollten keine exzessiven Dehnübungen stattfinden, ein bisschen dehnen ist aber durchaus ok.

Joggen schadet den Gelenken.

Falsch. Die Bewegung macht die Gelenkschmiere flüssiger und versorgt den Knorpel mit Nährstoffen. Außerdem werden durch das Laufen Muskeln aufgebaut, die die Gelenke im Alltag entlasten. Menschen ab 40 oder stark Übergewichtige sollten jedoch ärztlichen Rat einholen, bevor sie mit dem Lauftraining beginnen. Sicher ist sicher.

Krankheiten kann man mit Sport ausschwitzen.

Falsch. Im Gegenteil: Alles, was über einen leichten Schnupfen hinausgeht, gilt es auszukurieren, sportliche Betätigung sollte im Krankheitsfall tabu sein. Im schlimmsten Fall kann die zusätzliche körperliche Belastung nämlich zum Herztod führen.