UV-Schutz vor Hautkrebs wichtiger denn je

Den kalendarischen Sommeranfang nimmt die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP) zum Anlass, noch einmal verstärkt auf notwendigen Schutz vor ultravioletter Strahlung hinzuweisen. Angesichts zunehmender klimatischer Veränderungen wird ein angemessener Sonnenschutz immer bedeutsamer, weswegen die Deutsche Krebshilfe den Schutz vor krebserregender UV-Strahlung zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe erklärt.

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Hautkrebserkrankungen zeigen die höchste Steigerungsrate unter allen Krebserkrankungen in der weißen Bevölkerung der westlichen Industrienationen. Allein in Deutschland erkranken derzeit jährlich über 293.000 Menschen neu an einem Tumor der Haut, etwa 35.000 von ihnen am lebensgefährlichen „malignen Melanom“, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs. Als Kommissarischer Direktor der Klinik für Dermatologie und Allergologie an der Uniklinik RWTH Aachen weiß auch Prof. Dr. med. Jens Malte Baron nur allzu gut um die Wichtigkeit dieses Themas und warnt vor den Folgen zu hoher Sonneneinstrahlung: „Wer seine Haut ungeschützt den UV-Strahlen der Sonne aussetzt, riskiert nicht nur schmerzhafte Verbrennungen, sondern auch langfristige gesundheitliche Schäden.“

Allein in Deutschland erkranken derzeit jährlich über 293.000 Menschen neu an einem Tumor der Haut.

UV-Strahlung an sich kann man nicht sehen oder fühlen. Das erschwert eine realistische Einschätzung der UV-Intensität und macht sie so tückisch. Die Folge sind UV-Schäden, Sonnenbrände und Hautkrebs. „Wir sehen in unserer Klinik leider trotz Lichtschutzmaßnahmen immer mehr Patienten, vor allem jüngere, mit sogenanntem weißen Hautkrebs und seinen Vorstufen“, warnt der Dermatologe. Aufgrund des alarmierenden Anstiegs richtet die Klinik für Dermatologie und Allergologie der Uniklinik RWTH Aachen ab August eine neue Spezialsprechstunde für „Epitheliale Hauttumore“ ein und auch die Behandlungsräume für die operative Behandlung von Hautkrebs werden erweitert. „Zudem bieten wir unseren Patienten mit Vorstufen von UV-induzierten Hautkrebs neue ambulante Therapiemöglichkeiten an, wie die Kombination einer Behandlung mit einem fraktionierten Laser und anschließender Photodynamischen Therapie mit Tageslicht“, erläutert Prof. Baron.

Gesetzlich Krankenversichertehaben ab 35 alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. Einige Krankenkassen bieten diese sogar ab 20 an. (© Fly_dragonfly / Fotolia)

Je nach Hauttyp setzt eine Schädigung schneller oder später ein. Je heller die Haut, desto größer die Gefahr, doch für alle gilt: Jede Haut braucht Schutz. Wie Sie sich am besten vor UV-Strahlen schützen, verrät die Deutsche Krebshilfe mit folgenden Tipps:

Verhaltensprävention
  • Intensive Sonne meiden.
  • Auf UV-Index achten. Dieser gibt tagesaktuell die Intensität der UV-Strahlung an. Sie können ihn auf der Website des Bundesamtes für Strahlenschutz einsehen.
  • Mittagszeit drinnen oder im Schatten verbringen.
  • Haut mit Kleidung bedecken, Kopfbedeckung tragen.
  • Augen mit Sonnenbrille schützen. Auf DIN EN ISO 12312-1 und UV-400 Kennzeichnung achten.
  • Sonnencreme für unbekleidete Hautstellen verwenden. Mindestens Lichtschutzfaktor 30 (hoch), UVA- und UVB-Schutz.
Verhältnisprävention
  • Technische Schutzmaßnahmen wie beispielsweise Sonnensegel, Pergolas und schattenspendende Begrünung ergreifen.
  • Organisatorische Schutzmaßnahmen:
    • Bereitstellung von UV-Schutzbekleidung für im Freien Beschäftigte.
    • Verlegung von Aktivitäten in die Morgen- und Abendstunden. Anpassen von Arbeitszeiten, Pausenregelungen und Stundenplänen an die UV-Intensität.
    • Beachtung des UV-Index bei der Planung von Aktivitäten im Freien.