Tipps zum Wandern

Sich bewegen, die Natur erfahren, die Stille genießen ... Es gibt viele Gründe fürs Wandern. Ein paar nützliche Tipps gibt Dr. med. Hanno Schenker aus der Klinik für Orthopädie an der Uniklinik RWTH Aachen.

Nicht jeder wandert gern, viele scheuen die Anstrengung. Warum sollten wir es dennoch tun?
Dr. Schenker: Genau deshalb! Körperliche Aktivität tut uns einfach gut. Sie regt unseren Kreislauf an und verbessert die Durchblutung der Hirnareale. Außerdem sorgt Bewegung in der freien Natur für geistige Entspannung. Schließlich haben wir im Vergleich zum Alltag viel weniger Reize, auf die wir reagieren müssen. So können wir prima abschalten.

Eine Tour steht bevor. Welche Vorbereitungen sollten Wanderlustige treffen?
Dr. Schenker: Wichtig sind ausreichend Flüssigkeit, ein wenig Verpflegung, gutes Schuhwerk und die richtige Kleidung. Im Sommer sollte man beim Wandern ein Tuch oder einen Hut tragen, um einen Sonnenstich zu vermeiden. Auch Sonnencreme, Pflaster und eine gute Wanderkarte dürfen in keinem Rucksack fehlen.

Was muss man beim Wandern mit Kindern beachten?
Dr. Schenker: Generell sollte man sich körperlich nicht zu sehr verausgaben. Vor allem Kinder können die eigenen Kräfte noch nicht so gut einschätzen, daher lieber mit kleineren Strecken beginnen.

Bei welchen körperlichen Anzeichen sollte eine Wanderung sofort unterbrochen werden?
Dr. Schenker: Treten Anzeichen einer körperlichen Überlastung im Sinne von Übelkeit, Unwohlsein, Schwindel oder zunehmenden Schmerzen auf, ist falscher Ehrgeiz fehl am Platz. Im eigenen Interesse sollte die Wanderung dann sofort abgebrochen werden. Wer eine größere Wanderroute absolvieren möchte, sollte vorher einen Arzt aufsuchen, um beispielsweise Herz-Kreislaufprobleme ausschließen zu können.

Kann man beim Wandern auch Fehler machen?
Dr. Schenker: Ja, wenn man sich überschätzt. Darum sollte die Strecke anfangs eine geringere Länge haben und erst im Verlauf ausgebaut werden. Feste Schuhe mit Knöcheleinschluss sind auf unebenem Gelände sinnvoll. Wer einen Rucksack dabei hat, sollte auch hier auf eine korrekte Trageposition achten, um die Wirbelsäule nicht zu sehr zu belasten.

Gibt es Wetterbedingungen, bei denen man den Wanderausfl ug absagen sollte?
Dr. Schenker: Bei gefährlichen Wetterlagen, beispielsweise Starkregen und Gewitter, besser auf Nummer sicher gehen und statt einer Wanderung die Füße hochlegen und ein gutes Buch lesen. Das entspannt auch. Gleiches gilt bei großer Hitze, die zu einem Kreislaufkollaps führen kann.

Welche Muskeln trainieren wir beim Wandern?
Dr. Schenker: Durch das Laufen an sich natürlich in erster Linie die Oberschenkel- und Unterschenkelmuskulatur. Außerdem muss der Körper bei unebener Bodenbeschaffenheit den Rumpf stabilisieren. Auch die Schultergürtelmuskulatur trainieren wir mit.

Wie erholt sich der Körper nach einer langen Wanderung am besten?
Dr. Schenker: Nach der Wanderung empfehle ich eine Regenerationsphase mit langsamem Laufen. Außerdem sollte man weiterhin elektrolythaltige Flüssigkeiten zu sich nehmen, um Verluste durch Schwitzen auszugleichen. Das optimale Sportgetränk ist nach Ansicht des Deutschen Olympischen Sportbundes nach wie vor die gute alte Apfelsaftschorle, damit liegt man also immer richtig. Ein kohlenhydrat- und proteinreiches Essen schließt die Regenerationsphase ab. Dann auch mal nicht Kalorien zählen, sondern die leckere Mahlzeit genießen. Das gehört zu einem guten Wanderurlaub oder -ausflug einfach dazu.