Expertise für die Lunge

Lebenswichtiges Organ und Multitalent: Das ist unsere Lunge. Wer lungenerkrankt ist, sollte sie gut versorgt wissen. An der Uniklinik RWTH Aachen steht dafür ein ganzes Expertenteam für Lungenerkrankungen bereit. Eine neue, eigene Fachklinik baut das Behandlungsspektrum weiter aus.

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Der Fachbereich Pneumologie betreut Patienten mit Erkrankungen aus dem gesamten Spektrum der Lungenheilkunde. Dazu gehören unter anderem Volkskrankheiten wie Asthma bronchiale und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), aber auch Erkrankungen wie Lungenkrebs, Lungenhochdruck, interstitielle Lungen­erkrankungen sowie Erkrankungen, die eine intensivmedizinische Therapie und gegebenenfalls auch eine künstliche Beatmung erfordern. Darüber hinaus gehört die Diagnostik und Behandlung infektiöser Erkrankungen der Atmungsorgane, beispielsweise einer Lungenentzündung oder der Tuberkulose, schlafbezogener Atmungsstörungen sowie seltener Lungenerkrankungen zum Spektrum des Fachgebiets.

Alle pneumologischen Krankheitsbilder können in der Uniklinik RWTH Aachen qualifiziert versorgt und mit neuesten Verfahren leitliniengerecht behandelt werden, neuerdings geschieht dies in einer eigenständigen Klinik. „Mit der Inbetriebnahme der Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin schaffen wir ein spezialisiertes Angebot und schließen damit eine Lücke im Umfeld eines Maximalversorgers für Patienten mit Lungen­erkrankungen. Unser bisheriges Spektrum und unsere bestehenden Ressourcen im Bereich der Pneumologie können wir nun gezielt weiter ausbauen“, so Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher. Er leitet die neue Medizinische Klinik V, die sich aus der Sektion Pneumologie an der Medizinischen Klinik I entwickelt hat. Neben Klinikdirektor Prof. Dreher wird ein versiertes Expertenteam aus Assistenz- und Fachärzten sowie vier Oberärzten im Bereich der Pneumologie und zwei Oberärzten im Bereich der Intensivmedizin für das Wohl der Patienten sorgen.

Schärfung des Leistungsprofils

Ein Schwerpunkt der Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin ist unter anderem die Diagnostik von bösartigen Erkrankungen der Lunge und des Rippenfells. Hierbei wird besonderer Wert auf moderne Diagnostik mit allen gängigen endoskopischen Verfahren einschließlich des endobronchialen Ultraschalls gelegt. Patienten mit Versagen der Atempumpe werden auf moderne nicht-invasive Beatmungsverfahren eingestellt.

„Das Wichtigste ist die persönliche Beziehung zu den Patienten und den Angehörigen.
Dies steht neben aller moderner Diagnostik und Therapie immer noch im Vordergrund.“
Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher

„Um unsere Patienten exzellent und individuell zu behandeln, bedarf es neben der eigenen Expertise und Behandlungsqualität einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit mit zahlreichen Fachdisziplinen“, betont Prof. Dreher. Besonders die langjährige und bewährte Kooperation mit der Thoraxchirurgie, Kardiologie, Anästhesiologie, Pathologie, Radiologie, Strahlentherapie und der Onkologie sind hier von überragender Bedeutung.

„Mit der Aufwertung der bisherigen Sektion zur eigenständigen Klinik können wir dem medizinischen Fortschritt und den gewachsenen Anforderungen gerecht werden und einer zunehmenden Spezialisierung an der Uniklinik RWTH Aachen Rechnung tragen“, betont der Pneumologe. „Durch die Bildung einer eigenständigen Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin lässt sich nicht zuletzt eine gezielte Zuweisung von Patienten mit Erkrankungen der Atmungsorgane erleichtern.“

Hilfe für Schwerkranke

Für schwer kranke Patienten besteht auch eine besondere Kompetenz. Auf der hochspezialisierten Weaningstation werden Patienten nach einer Langzeitbeatmung langsam von der Beatmungsmaschine entwöhnt. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, speziell geschulten Pflegekräften, Atmungstherapeuten, Physiotherapeuten, einem Logopäden sowie einer Psychologin legt alles daran, die Patienten schnellstmöglich in ein Leben ohne Atemhilfe zu entlassen.

Zudem kann auch außerhalb der Weaningstation eine außerklinische Beatmung eingeleitet werden. „Für Patienten, deren Atmungsfunktion sich nach einer akuten Erkrankung nicht vollständig erholt oder aber im Rahmen einer chronischen Erkrankung erschöpft hat, kann eine sogenannte nicht-­invasive Beatmung über eine Maske eingeleitet werden“, erklärt der Experte. „Wir betreuen außerdem viele Patienten mit chronischem Sauerstoffmangel, beispielsweise im Rahmen einer COPD. In unserem Lungenfunktionslabor können wir unter anderem die Sauerstoff-Langzeittherapie neu einleiten und im Verlauf kontrollieren.“

Lungenexperte Prof. Michael Dreher (r.) mit zwei seiner Kollegen, Dr. med. Janko Sattler (l.) und Ayham Daher (Mitte).

Ausgewiesener Spezialist mit Erfahrung und Lehrauftrag

Im Januar 2013 wechselte Prof. Dreher als Oberarzt der Abteilung für Pneumologie der Uniklinik Freiburg an die Medizinische Klinik I der Uniklinik RWTH Aachen und übernahm den Bereich der Pneumologie als Sektionsleiter. In dieser Funktion behandelte er das gesamte Spektrum an Lungen­erkrankungen. „In den letzten fünf Jahren konnten wir diesen Bereich sukzessive ausbauen. Umso mehr freue ich mich darauf, die Herausforderung einer eigenständigen Klinik gemeinsam mit meinem Team zu meistern.“

Moderne Diagnostik- und Therapieverfahren und technische Ausstattung sind nur ein Teil der von Prof. Dreher vertretenen Medizin. „Die Arbeit in einer Uniklinik bietet mir die einzigartige Möglichkeit, Medizin, Lehre und Forschung zu verbinden. Doch gerade in der Patientenversorgung gilt es immer, den einzelnen Patienten einerseits auf Basis langjähriger klinischer Erfahrung und wissenschaftlicher Studienlage, andererseits aber auch ganz persönlich in seiner individuellen Situation zu beurteilen und dementsprechend zu handeln“, erklärt er seine Vorgehensweise bei klinischen Entscheidungen. „Das Wichtigste ist jedoch die persönliche Beziehung zu den Patienten und den Angehörigen. Dies steht neben aller moderner Diagnostik und Therapie immer noch im Vordergrund.“

Intensive Zusammenarbeit

Großen Wert legt der Klinikdirektor auf die Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen, Ärzten und Krankenhäusern. „Das bestehende Netzwerk aus niedergelassenen Haus- und Fachärzten möchte ich zukünftig weiter ausbauen und die bisherige Zusammenarbeit mit den regionalen Krankenhäusern intensivieren. Für eine optimale Versorgung pneumologischer Patienten im Raum Aachen ist dies unabdingbar“, betont der Pneumologe.