Das taktlose Herz

Im Großen und Ganzen ist es recht zuverlässig. Es schlägt durchschnittlich 70 Mal pro Minute, manchmal mehr als 100 Jahre lang. Ein treuer Begleiter also, ohne den wir nicht leben könnten: unser Herz. Es kann aber auch erhebliche Schwierigkeiten bereiten – zum Beispiel, wenn es aus dem Takt gerät.

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Die meisten Herzrhythmusstörungen sind nicht lebensbedrohlich. Kommen sie jedoch aus den Herzkammern, können sie zu anfallsartiger Bewusstlosigkeit und sogar zum Tode führen. Was in diesen Fällen zu tun ist, wissen sogenannte Rhythmologen. Einer dieser Rhythmologen, also ein Fachmann für Herzrhythmusstörungen, ist Univ.-Prof. Dr. med. Michael Gramlich. Seit September 2018 bereichert er als Leiter der Sektion Rhythmologie das Team der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen um Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx. Zudem ist er Inhaber des Lehrstuhls für Invasive Elektrophysiologie. Seine Aufgabe ist es, sich der genauen Abklärung von Herzrhythmusstörungen nach dem neuesten Stand der Wissenschaft zu widmen. Denn die korrekte Diagnose ist wesentlich, um das individuelle Risiko für Herzpatienten einschätzen und eine effektive und angemessene weiterführende Therapie planen und durchführen zu können.

Elektrophysiologische Untersuchung

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Hier kommt die sogenannte elektrophysiologische Untersuchung (EPU) zum Einsatz, bei der Elektrodenkatheter in örtlicher Betäubung über die Leistenvene zum Herzen geführt und an verschiedenen Stellen platziert werden. Mit Messungen im Herzen selbst und durch elektrische Stimulation lassen sich die Rhythmusstörungen genau lokalisieren und über eine Verödung beseitigen. Darüber hinaus bietet die EPU die Möglichkeit, Herzrhythmusstörungen zu provozieren, um dann im Herzen deren Entstehungsmechanismus zu untersuchen. „Diese Ergebnisse unterstützen uns bei der Erstellung eines Therapieplans. Außerdem kann die invasive elektrophysiologische Therapie lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen beseitigen und so die Prognose betroffener Patienten direkt verbessern“, erklärt Prof. Gramlich.


 

Über Prof. Michael Gramlich

Univ.-Prof. Dr. med. Michael Gramlich studierte Humanmedizin an den Universitäten Ulm, Berlin und an der Université Pierre et Marie Curie, Paris. Nach seiner Zeit als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter erfolgte die Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie. Darüber hinaus verfügt Prof. Gramlich über die Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie/Invasive Elektrophysiologie. Bis zu seinem Wechsel an die Uniklinik RWTH Aachen war der Professor Stellvertretender Leiter des EPU-­Labors und Leiter der rhythmologischen Schwerpunktstation 75 am Universitätsklinikum Tübingen. Michael Gramlich ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.



Über die Klinik

Die Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen ist seit mehr als drei Jahrzehnten ein international renommiertes Schwerpunktzentrum für die Diagnostik und Therapie von Herz- und Kreislauferkrankungen. Über 60 Ärzte behandeln rund 16.500 Patienten im Jahr.

Weitere Infos finden Sie unter www.kardiologie.ukaachen.de.