Eine gesunde Lunge im Winter

Trockene Luft und vermehrte Keime machen den Winter zur Erkältungszeit.

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Winterzeit ist Erkältungszeit. Dreimal im Jahr hat jeder Deutsche im Durchschnitt einen grippalen Infekt, die meisten davon zur kalten Jahreszeit. Das liegt weniger an den kühlen bis eisigen Temperaturen als vielmehr am Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren.

Zum einen ist die Häufung von Erkältungen auf die erhöhte Keimzahl in geschlossenen Räumen zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die warme Luft in Wohnungen und Büros die Schleimhäute der Nase und der Lunge austrocknet und Erreger somit leichter in den Körper eindringen können. Durch die niedrigen Außentemperaturen wird zudem die Immunabwehr des Körpers etwas geschwächt, wodurch Krankheiten durch bereits vorhandene Erreger schneller ausgelöst werden.

Auch die Bronchitis hat unter diesen Bedingungen Hochsaison. Bei der akuten Form handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhäute in den Bronchien, die meist nach wenigen Wochen wieder abklingt. Wichtigstes Symptom ist der Husten. „Die akute Bronchitis geht zumeist mit einer Entzündung der oberen Luftwege einher und kommt sehr häufig vor“, erläutert der Pneumologe Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher, Direktor der Medizinischen Klinik V an der Uniklinik RWTH Aachen. 90 Prozent der Fälle werden durch Virusinfektionen verursacht.

Lungenentzündungen nicht unterschätzen

Eine Lungenentzündung – bei der die Lungenbläschen und/oder das Lungengewebe entzündet sind – wird hingegen in der Regel von Bakterien, seltener durch Viren, Pilze oder Parasiten, verursacht. Oft geht der Lungenentzündung ein Virusinfekt vorweg.

„Lungenentzündungen werden oft unterschätzt oder gar nicht erst als solche wahrgenommen“, warnt Prof. Dreher. Dabei zählt die Krankheit zu den am häufigsten zum Tode führenden Infektionskrankheiten in Westeuropa. „Etwa jede siebte Lungenentzündung verläuft so schwer, dass sie in einer Klinik behandelt werden muss“, sagt der Pneumologe.

Dreimal im Jahr hat jeder Deutsche im Durchschnitt einen grippalen Infekt.

Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost und Atembeschwerden – aber es gibt auch atypische Formen, bei denen die Symptome gar nicht oder nur gering ausgeprägt sind.

Aufpassen bei Asthma und COPD

Wer bereits an Asthma oder COPD, der chronisch obstruktiven Lungen­erkrankung, leidet, muss im Winter generell vorsichtiger sein. Das Klima und die zuvor angesprochenen Bedingungen machen den angegriffenen Atemwegen von COPD-Patienten mitunter schwer zu schaffen. Im Winter sind akute Krankheitsverschlechterungen, sogenannte Exazerbationen, daher nicht selten. Im Vergleich zum Frühjahr und Sommer treten sie in der kalten Jahreszeit über 30 Prozent häufiger auf. Oft löst ein einfacher Atemwegsinfekt die Verschlechterung in den von der COPD bereits angegriffenen Bronchien aus.

Beim Asthma bestimmt der Auslöser des Asthmas, wie stark Betroffene im Winter unter ihren Beschwerden leiden. So haben Patienten, die empfindlich auf Blütenpollen reagieren, im Winter eine entspannte Zeit. Liegt der Auslöser jedoch in Tierhaaren oder Hausstaubmilben, können sich die Beschwerden durch die trockene Heizungsluft verschlimmern.


 

Tipps für eine gesunde Lunge im Winter

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Mit viel Bewegung an der frischen Luft, einer ausgewogenen Ernährung mit reichlich Vitaminen, viel Schlaf und wenig Stress stärken Sie Ihr Immunsystem. Zink hilft ebenfalls, das Immunsystem zu pushen.

Meiden Sie Nikotinrauch in Ihrer Umgebung und versuchen Sie unbedingt, mit dem Rauchen aufzuhören.

Vermeiden Sie trockene, abgestandene Raumluft. Lüften Sie mehrmals täglich. Um die Luft feucht zu halten, hilft es, eine Schüssel mit Wasser auf die Heizung zu stellen. Das verdunstende Wasser sorgt für wohltuende Feuchtigkeit. Alternativ können Sie auch ein feuchtes Tuch direkt über die Heizung hängen oder einen Raumbefeuchter nutzen.

Eine Inhalation mit Kamille, Salzlösungen oder ätherischen Ölen ist wohltuend und befeuchtet gereizte Nasenschleimhäute. „Damit unterstützt man die natürliche Reinigungsfunktion der Schleimhaut, die einen wichtigen Teil der Immunabwehr darstellt“, sagt Prof. Dreher.