Hilfe bei COPD und Asthma

Interview mit Lungenexperte Prof. Michael Dreher zu Symptomen und Therapie der Volkskrankheiten

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Atemnot, Husten und Auswurf sind die typischen Symptome einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), an der etwa sieben Millionen Menschen hierzulande leiden. Bei der Diagnose ist jedoch Augenmaß angebracht, denn auch Asthma kann ähnliche Symptome hervorrufen. Da beide Lungenerkrankungen unterschiedlich behandelt werden, ist eine eindeutige Diagnosestellung und individuelle Therapie sehr wichtig.

Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher, Direktor der Klinik für Pneumologie und Internistische Intensivmedizin (Medizinische Klinik V) der Uniklinik RWTH Aachen, gibt im Interview Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Asthma und COPD.

Herr Prof. Dreher, wie äußern sich die Erkrankungen?
Prof. Dreher: Asthma ist die häufigste chronische Lungenerkrankung und beginnt oft schon im Kindesalter als Folge einer Überempfindlichkeit der Lunge auf bestimmte Reize. COPD ist in den meisten Fällen die Folge langjährigen Rauchens und beginnt in der Regel erst im späteren Erwachsenenalter. Bei Asthmakranken besteht die Atemnot meist nicht dauerhaft, sondern zeigt eine zeitliche Variabilität, wohingegen COPD-Patienten mit fortschreitender Erkrankung ihre Atemnot nahezu dauerhaft verspüren. Zu Beginn der COPD ist die Atemnot nur bei Belastung vorhanden, im weiteren Verlauf auch in Ruhe. Der Auswurf ist beim Asthma in der Regel glasklar und sehr zäh, bei der COPD dagegen klar bis gelblich und flüssiger. Husten ist beim Asthma häufig das erste Zeichen eines drohenden Asthmaanfalls. Meist ist er trocken.

Lungenexperte Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher

Welche Therapiemethoden gibt es?
Prof. Dreher: Bei COPD setzen wir neben der medikamentösen Therapie auf Raucherentwöhnung, Atemphysiotherapie, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung. Grippeimpfung und Impfung gegen Pneumokokken sind wichtig, um derartigen Infektionen vorzubeugen. Bei weit fortgeschrittener COPD kommen nicht-medikamentöse Behandlungsansätze wie eine Sauerstoff-Langzeittherapie, außerklinische nächtliche Maskenbeatmung, Rehabilitation und in seltenen Fällen Methoden zur Verkleinerung des Lungenvolumens zum Einsatz. Beim allergischen Asthma stehen neben der medikamentösen Behandlung mit entzündungshemmenden und bronchienerweiternden Medikamenten eine Vermeidung von Allergenen sowie eine Schulung im Vordergrund. Neben der Meidung der auslösenden Stoffe ist die spezifische Immuntherapie eine wirksame Therapieform.

Wie finden Patienten zu Ihnen?
Prof. Dreher: Die Uniklinik ist im Akutfall immer für Sie da. Wir nehmen Patienten stationär zur Behandlung auf oder sehen Patienten in unseren verschiedenen Ambulanzen. Für zuweisende Ärzte gibt es eine spezielle Pneumologie-Hotline, unter der ein Oberarzt der Pneumologie zu erreichen ist.