Aachen gegen den Schlaganfall: Ergebnisse Ende 2019 erwartet

© nikolae – Fotolia

In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen mit Vorhof­flimmern. Betroffene Patienten haben ein bis zu fünfmal höheres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Ist das Vorhofflimmern erkannt, kann dem Schlaganfall durch eine medikamentöse Behandlung sehr effektiv vorgebeugt werden.

„MyDiagnostick“ der Firma ABS

Bei einem Drittel der Patienten tritt Vorhofflimmern jedoch unbemerkt auf, weshalb die Herzrhythmusstörung häufig erst nach einem stattgehabten Schlaganfall diagnostiziert wird. Daher haben Wissenschaftler und Ärzte der Uniklinik RWTH Aachen Anfang 2017 gemeinsam mit dem Apothekerverband Aachen e. V. und unter der Schirmherrschaft von Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp die Initiative „Aachen gegen den Schlaganfall“ ins Leben gerufen.

Ziel war es herauszufinden, ob ein breites Screening älterer Patienten hilfreich ist, die Schlaganfallrate durch unentdecktes Vorhofflimmern zu reduzieren. Bundesweit war es die erste Studie dieser Art.

Pulsmessung durch EKG-Stab: Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (Mitte) mit Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx (Uniklinik RWTH Aachen) und Apothekerin Gabriele Neumann (Apothekerverband Aachen) im Januar 2017 bei der Präsentation zum Studienauftakt. Der Stab liefert in nur einer Minute einen Hinweis auf Vorhofflimmern.

Hohe Beteiligung und positive Resonanz

Das Projekt hat deutschlandweit für viel Aufmerksamkeit und Anerkennung gesorgt. Insgesamt nahmen 7.107 Personen ab 65 Jahren aus Aachen und der Städteregion an der Großstudie teil. In Apotheken wurde in einem einminütigen Schnelltest geprüft, ob sie möglicherweise Vorhofflimmern haben und damit zur Risikogruppe für einen Schlaganfall gehören. Bei 432 Personen, also insgesamt 6,1 Prozent, lag nach dem Schnelltest der Verdacht auf Vorhofflimmern vor. Welche weiteren Erkenntnisse die Studie geliefert hat, wird das Team von „Aachen gegen den Schlaganfall“ Ende 2019 bekanntgeben.

„Ich möchte mich im Namen aller Projektpartner ganz herzlich bei allen Aachener Bürgerinnen und Bürgern bedanken, die vor rund zwei Jahren eine Minute Zeit in ihre Gesundheit investiert und an der Studie teilgenommen haben“, betont Univ.-Prof. Dr. med. Nikolaus Marx, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass der Ansturm so groß und die Resonanz so positiv sein würde. Die Durchführung der Studie war nur dank der individuellen Teilnahme einer jeden einzelnen Person möglich. Das ist also eine tolle Aachener Gemeinschaftsarbeit!“, ergänzt Dr. med. Matthias Zink, Funktionsoberarzt der Klinik.

Mehr erfahren?

Die Ergebnisse der Studie finden Sie ab Ende des Jahres hier auf dem Gesundheitsportal www.apropos-gesund.de.