Richtig oder falsch: Gesundes Herz – Mythos oder Fakt?

Um unser Herz ranken sich zahlreiche Mythen. apropos hat sie auf Herz und Nieren geprüft und zeigt, welchen Mythen Sie nicht auf den Leim gehen sollten und welche einen wahren Kern haben.

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Vitamine beugen einem Herzinfarkt vor.

Falsch. Die Vitamine C, D und E wirken entzündungshemmend, aber einen Herzinfarkt oder eine koronare Herzerkrankung lassen sich damit nicht verhindern. Eine hohe Dosis Vitamin E kann die Sterblichkeit sogar erhöhen.

Acetylsalicylsäure (ASS), beispielsweise in Aspirin oder dem gleichnamigen Medikament enthalten, verhindert einen Herzinfarkt.

Falsch. Der Arzneistoff Acetylsalicylsäure kann zwar die Gerinnselbildung und damit das Risiko für einen Herzinfarkt verringern; allerdings erhöht er gleichzeitig das Blutungsrisiko. In den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie wird niedrigdosiertes ASS bei Patienten ohne Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems deshalb nicht empfohlen. Aber: Patienten, die bereits an einer kardiovaskulären Erkrankung leiden, wird die Behandlung mit ASS zur Vorbeugung von Blutgerinnseln nach wie vor geraten.

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Blutdruckwerte von bis zu 140/90 mmHg liegen im Normalbereich.

Falsch. Dieser Wert gilt seit 2018 nicht mehr. Seitdem gilt eine überarbeitete Version der europäischen Leitlinien zum Vorgehen bei arterieller Hypertonie (Bluthochdruck). Als normal werden Blutdruckwerte bis 139/89 mmHg angesehen. Eine Therapie wird ab 140/90 mmHg angeraten.

Das Herzinfarktrisiko ist bei Männern deutlich höher als bei Frauen.

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Richtig. Doppelt so viele Männer wie Frauen erleiden einen akuten Herzinfarkt. Trotzdem ist die Sterblichkeit bei Frauen insgesamt höher. Denn wenn Frauen Herzklappenkrankheiten, Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz entwickeln, sind ihre Prognosen deutlich schlechter als die von Männern. Mit zunehmendem Alter sollten Frauen daher mehr auf ihr Herz hören und sich regelmäßig durchchecken lassen.

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An gebrochenem Herzen kann man sterben.

Richtig. In über 90 Prozent der Fälle sind es Frauen, die unter dem gebrochenen Herzen, dem sogenannten Broken-Heart-Syndrom, leiden. Bei einem Broken-Heart-Syndrom treten identische Symptome wie bei einem Herzinfarkt auf, meistens unmittelbar nach emotionaler oder körperlicher Belastung. Die Betroffenen empfinden Schmerzen oder Enge in der Brust, Herzrasen und Atemnot. Wenn sie erkranken, haben sie die Wechseljahre hinter sich gebracht und sind zwischen 50 und circa 80 Jahren alt. Laut einer US-amerikanischen Studie könnte die Herzschwäche eine Folge von Entzündungsprozessen oder Stressreaktionen sein, die bei stark Trauernden auftreten. Denn Trauer und Stress erhöhen die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin. Diese Hormone wiederum lassen den Blutdruck und die Herzfrequenz ansteigen. Vereinzelt sind auch Männer betroffen.

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Je älter der Mensch, desto schwächer wird das Herz.

Falsch. Viele Menschen glauben, dass unser Herz im Alter grundsätzlich nicht mehr besonders leistungsfähig ist. Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Allerdings gibt es Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, im Alter eine Herz-Kreislauferkrankung zu entwickeln. Dazu zählen der Diabetes mellitus, schlechte Cholesterinwerte, Rauchen und Bluthochdruck.

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Kaffee und Tee erhöhen dauerhaft den Blutdruck.

Falsch. Kaffee sowie grüner und schwarzer Tee führen durch ihren Gehalt an Koffein beziehungsweise Theobromin zu einer kurzfristigen, etwa 20 bis 30 Minuten anhaltenden, individuell unterschiedlichen Blutdruckerhöhung um etwa 10 bis 20 mm Hg. Vor einer Blutdruckmessung darf daher kein koffeinhaltiger Kaffee oder Tee getrunken werden. Anders ist es beim entkoffeinierten Kaffee, er führt zu keiner Blutdrucksteigerung. Infolge eines Gewöhnungseffektes treten Blutdruckanstiege bei regelmäßigem Kaffee- oder Teekonsum nach zwei bis drei Wochen nicht mehr auf oder fallen geringer aus.

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Der Verzehr dunkler Schokolade ist gesund für das Herz.

Jein. Einige Studien deuten darauf hin, dass Schokolade eventuell das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senkt. Für eine abschließende Beurteilung oder Empfehlung reicht die derzeitige Beweislage allerdings nicht aus, weshalb Schokolade zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Maßnahme zum Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen eingesetzt werden sollte. Beim gelegentlichen Genuss von moderaten Schokoladenmengen müssen Herzpatienten aber kein schlechtes Gewissen haben.