Die Gefahr am Grill: Wie Sie Grill­un­fälle vermeiden

Grillen gehört im Sommer zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Die Grillsaison bedeutet aber leider auch immer Grillunfälle durch Spiritus und andere Brandbeschleuniger. Paulinchen – Initiative für brandverletzte Kinder e. V. warnt vor dieser immer noch viel zu häufig unter­schätzten Gefahr und gibt Tipps zum sicheren Grillen.

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Grillen ist ein beliebtes Sommervergnügen. Was kaum jemand weiß: Jedes Jahr ereignen sich allein in Deutschland etwa 4.000 Grillunfälle, rund 400 enden mit schwersten Brandverletzungen. Wer Brandbeschleuniger wie Spiritus einsetzt, um Grillkohle schneller zu entfachen, bringt sich und andere in Gefahr. Gefährliche Verpuffungen mit meterhohen Flammenwänden und Rückzündungen sind die Folge – fatal für alle umstehenden Personen.

Viele Menschen wissen nicht, wie gefährlich es ist, einen Grill mit Spiritus und Brandbeschleunigern anzuzünden. Besonders tragisch enden diese Unfälle für Kinder, die auf Augenhöhe mit dem Grill stehen und meist frontal im Gesicht und am Oberkörper von der Flammenwand erfasst werden. Großflächige Verbrennungen von mehr als 50 Prozent der Körperoberfläche sind hier keine Seltenheit. Die betroffenen Kinder haben nicht nur einen langen und schmerzhaften Behandlungsweg vor sich, sie sind auch für ihr Leben durch Narben gezeichnet. Ein Leid, das durch Unwissenheit und Unachtsamkeit entstanden ist, und zu 100 Prozent vermeidbar gewesen wäre.

Machen Sie sich der Gefahr bewusst und sagen Sie „Nein“ zu Spiritus als Grillanzünder! Die Folgen eines Gril­­l­unfalls sind körperlich und emotional extrem belastend für die gesamte Familie.

Nicht immer fallen Brandverletzungen so klein aus. Aber selbst in der Größe sind sie mehr als schmerzhaft und hinterlassen Narben. © st-fotograf – stock.adobe.com

Tipps zum sicheren Grillen

  • Grill kippsicher und windgeschützt aufstellen.
  • Niemals flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin verwenden – weder zum Anzünden noch zum Nachschütten – Explosionsgefahr!
  • Feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden.
  • Grill stets beaufsichtigen.
  • Kinder nicht in die Nähe des Grills lassen – Sicherheitsabstand von 2 bis 3 Metern!
  • Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen.
  • Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten.
  • Brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen.
  • Nach dem Grillen das Grillgerät weiter beaufsichtigen, bis die Glut vollständig ausgekühlt ist.
  • Nicht in geschlossenen Räumen grillen und den Grill niemals zum Auskühlen ins Haus stellen – Vergiftungsgefahr!
  • Heiße Grillglut nach dem Grillen am Strand nie im Sand vergraben, die Kohle bleibt noch tagelang glühend heiß. Kinder ziehen sich immer wieder schwere Verbrennungen zu, weil sie in die Glut hineinkrabbeln, -treten oder -fallen.
  • Einmalgrills am Strand mit Wasser löschen und abkühlen – auch den Sand unter dem Grill!

Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 20°C) kühlen und den Notarzt rufen, bei kleineren Verletzungen einen Arzt aufsuchen.

Weitere Infos finden Sie auf www.paulinchen.de.