Ein essentielles Tool

Der Sonografie-Simulator im AIXTRA hilft bei der Medizinerausbildung.

FAST bedeutet schnell. Und Romina Kapfenberger ist schnell. Die 22-jährige Medizinstudentin schaut konzentriert auf den Monitor neben sich. Mit dem Schallkopf eines Sonografie-Gerätes fährt sie routiniert über den Körper des Mannes, der nach einem schweren Unfall reglos vor ihr liegt. Erster Schnitt: rechte Flanke. Auf dem Monitor erscheinen die Konturen von Organen und Gefäßen. Wechsel nach links, dann weiter zum kleinen Becken, zum Schluss Oberbauch-Querschnitt Richtung Herz. Nur gut eine Minute dauert das standardisierte Prozedere, das als FAST-Sonografie bei Schwerverletzten bezeichnet wird, dann ist klar: Der Patient hat weder innere Blutungen noch ein Trauma des Herzens.

Training ohne Patienten

Zwar ist dies nur ein Training und der regungslose Patient vor ihr ist vor allem deshalb regungslos, weil er aus Gummi und Hightech besteht, doch dass die Studentin im 9. Semester bereits so sicher im Umgang mit dem Ultraschallgerät agiert, ist trotzdem bemerkenswert. „Das haben wir unserem Simulationsgerät zu verdanken“, sagt die Studentin, die auch Peer-Tutorin im Trainingszentrum AIXTRA ist, und tätschelt der Gummi­puppe freundschaftlich den Kopf. „Dank dieses Simulators haben wir die Möglichkeit, schon früh die Sonografie zu erlernen, ohne dass echte Patienten dafür benötigt werden.“ Das Gerät wurde vor knapp zwei Jahren angeschafft, die Mittel dazu kamen von der Stiftung Universitätsmedizin Aachen.

Selbstständiges Lernen

„Dass wir über solche Trainingsmöglichkeiten für unsere Studierenden verfügen, ist einfach fantastisch“, schwärmt auch die Anästhesistin Dr. med. Hanna Schröder. Sie unterrichtet die Studierenden unter anderem am neuen Sonografie-Simulator. „Früher kamen Ärzte erst spät in der Ausbildung mit dem Ultraschall in Berührung und mussten im Klinik­alltag das Sonografieren erlernen. Das ist hier anders. Schon Anfänger können sich auch ohne Anleitung an dem Gerät ausprobieren“, erklärt sie. Denn es gibt viele vorprogrammierte Szenarien und Lernmodi. So zeigt das Gerät, wie der Schallkopf am besten gehalten wird und wie hoch der Anpressdruck sein muss, um beste Ergebnisse zu erhalten. Auf dem Monitor wird zudem genau angezeigt, welche Organe und Körperteile zu sehen sind und wie der Blickwinkel verbessert werden kann – für Studienanfänger auch ein wichtiges Instrument, um die Anatomie des Menschen besser zu verstehen.

Gerät für Aus- und Weiterbildung

Doch nicht nur die Studierenden profitieren vom Simulator, auch die ärztlichen Kollegen nutzen das Gerät für ihre Fortbildungen. „Es ist ganz schnell zu einem essentiellen Tool der Aus- und Weiterbildung geworden, für das wir sehr dankbar sind“, sagt Dr. med. Saša Sopka, Ärztlicher Leiter des AIXTRA.

25.000 Euro sammelten unsere Spenderinnen und Spender für das Projekt „Sonografie-Simulator“ der Stiftung Universitätsmedizin Aachen – eine Investition, die die Ausbildung der Medizinerinnen und Mediziner noch besser macht.

Über das AIXTRA
Mit dem Ziel, Theorie und Praxis von Beginn des Studiums an kontinuierlich miteinander zu verknüpfen, wurde nach Einführung des Aachener Modellstudiengangs Medizin das Aachener Interdisziplinäre Trainingszentrum für medizinische Ausbildung, kurz AIXTRA, etabliert. Hier haben die rund 3.500 Studierenden der Medizinischen Fakultät seit 2005 die Möglichkeit, praktische Fertigkeiten zu erlernen, zu trainieren und im Verlauf des Studiums zu optimieren. Das Trainingszentrum bietet neben verschiedenen Modellen, Lernumgebungen und komplexen Simulationsmöglichkeiten auch medizindidaktische Unterstützung an.


Weitere Projekte finden Sie unter www.stiftung-um-aachen.de.