Hilfe für eine Handvoll Leben

15 Jahre Kooperation mit der Techniker. Anlässlich dieses Jubiläums hat die Envivas Krankenversicherung AG die Stiftung Universitätsmedizin Aachen mit einer besonderen Spendenaktion für Neugeborene unterstützt. 20.000 Euro fließen hälftig in das Stiftungsprojekt „Frühgeborenen-Trainingsmodell für die Neonatologie“ sowie in die Förderung der Asphyxie-Grundlagenforschung.

Die Envivas Krankenversicherung AG ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Generali Deutschland AG. Damit gehört sie zum zweitgrößten Erstversicherungskonzern auf dem deutschen Markt und zur weltweit tätigen Assicurazioni Generali. Die Envivas bietet private Zusatzversicherungen für die Ergänzung des gesetzlichen Versicherungsschutzes. Seit mehr als 15 Jahren kooperieren die Envivas und die Techniker Krankenkasse – und machen sich gemeinsam stark für die Gesundheit ihrer Kunden. Die Spende der Envivas für die Asphyxie-Forschung der Neugeborenen-Initiative an der Uniklinik RWTH Aachen war inspiriert von The Human Safety Net, der globalen Bewegung der Generali zur Unterstützung benachteiligter Menschen. Als Teil der Generali Gruppe möchte die Envivas die Aktivitäten von The Human Safety Net im Bereich „Neugeborene“ unterstützen. Dafür ließ sich die Envivas etwas ganz Besonderes einfallen: eine Mitmach­aktion mit Teddy Tom.

#reisenundhelfen

Wer mitmachen wollte, bestellte sich einfach den flauschigen Bären, verreiste mit ihm und postete ein Urlaubsfoto mit dem süßen Gefährten öffentlich unter dem Hashtag #reisenundhelfen auf Facebook, Instagram oder Twitter. Je 100 km Reisestrecke spendeten die Versicherer einen Euro, maximal 20.000 Euro, zugunsten der Neugeborenen-Projekte der Stiftung Universitätsmedizin Aachen. Das Resultat sprach für sich: Über 5.000 Fotos und über zwei Millionen Reisekilometer mit Teddy Tom kamen zusammen. Die Reisebloggerin Anna Bourgeret aus Aachen überreichte als Gesicht der Aktion den Spendenscheck in Höhe von 20.000 Euro. Davon gehen 10.000 Euro an das Stiftungsprojekt „Frühgeborenen-Trainingsmodell“. Die andere Hälfte fließt in die Asphyxie-Grundlagenforschung.

Reisebloggerin Anna Bourgeret (vorne rechts) überreichte als Gesicht der Aktion den Spendenscheck in Höhe von 20.000 Euro an Florian Schaefer (hinten rechts), Prokurist der Stiftung Universitätsmedizin Aachen, und das Team der Neonatologie der Uniklinik RWTH Aachen: Univ.-Prof. Dr. med. Thorsten Orlikowsky (vorne links), Leiter der Sektion Neonatologie, Julia Müller (hinten links), Stationsleitung, und Dr. med. Sonja Trepels-Kottek (hinten Mitte), Oberärztin in der Sektion Neonatologie.

Für die Uniklinik und die Stiftung Universitätsmedizin Aachen ist die Spende kein alltäglicher Vorgang, sondern ein echter Meilenstein, wie Florian Schaefer, Prokurist der Stiftung, betont: „Diese großzügige Spende ist eine wertvolle Unterstützung und ermöglicht fast auf einen Schlag die Anschaffung dieser modernen Trainingspuppe. Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Envivas Krankenversicherung AG – im Namen unseres Hauses und unserer kleinen Patienten.“


„Frühgeborenen-Trainingsmodell“

Auf den ersten Blick sieht Frühchen-Puppe Anne täuschend echt aus. (© Laerdal)

Das Lernen durch Simulations-Üben am realitätsnahen Modell genießt an der Uniklinik RWTH Aachen seit Jahren einen hohen Stellenwert. Künftig ist es auch in der Neonatologie ein wichtiger Pfeiler der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Die Uniklinik zählt pro Jahr um die 1.500 Geburten, davon kommen rund 80 Babys mit einem Gewicht unter anderthalb Kilogramm auf die Welt, manche von ihnen wiegen noch nicht einmal 500 Gramm. Ärzte, Hebammen und Pflegefachkräfte geben alles, um in ihrer Arbeit immer noch besser zu werden. Dabei unterstützen kann sie künftig das Frühgeborenen-Trainingsmodell „Anne“. Anne sieht aus wie ein Baby im Alter von 25 Wochen. Im Bauch der Puppe ist modernste Technik verbaut. Mit ihr können die Neonatologen und Kinderkrankenpfleger ihr Handeln in Teamarbeit trainieren und immer weiter verbessern. Denn das erklärte Ziel der Uniklinik ist, dass sich Frühgeborene nach ihrer Entlassung in ihrer Entwicklung nicht von normal geborenen Kindern unterscheiden. „Komplikationen treten oft unvorhergesehen auf. Im Ernstfall müssen Hebammen, Kinderärzte und Neonatologen dann äußerst schnell und Hand in Hand arbeiten. Das Trainingsmodell hilft den interdisziplinären Teams, die Abläufe optimal zu simulieren und zu üben“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Thorsten Orlikowsky, Leiter der Sektion Neonatologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen.


Asphyxie-Grundlagenforschung

Der Begriff „Asphyxie“ beschreibt einen Sauer­stoffmangel bei Neugeborenen, der vor, während oder nach der Geburt entstehen kann. Asphyxie stammt von dem griechischen Wort „asphyktos“, was so viel bedeutet wie „ohne Puls“. Die Asphyxie kann beim Baby zu schwerwiegenden Schäden an vielen Organen führen. Zusätzlich werden in dieser Notsituation im Körper des Babys bestimmte Hormone und Entzündungsmediatoren ausgeschüttet, die in der Folge dazu führen, dass das Gewebe und die Organe stark angegriffen werden. Ein Kind, das unter der Geburt einen schweren Sauerstoffmangel hatte, wird unter Umständen sein Leben lang mit körperlichen und geistigen Entwicklungsverzögerungen leben müssen. Univ.-Prof. Dr. med. Thorsten Orlikowsky, Leiter der Sektion Neonatologie an der Uniklinik RWTH Aachen, erklärt, dass übertragene Babys, die länger als 42 Wochen im Bauch der Mutter waren, sowie Frühgeborene besonders gefährdet sind. „Letztere haben ein zwanzigfach erhöhtes Risiko, einen Sauerstoffmangel zu erleiden“, so Prof. Orlikowsky. Seine Grundlagenforschung konzentriert sich hauptsächlich auf die Untersuchung des neonatalen Immunsystems. Hierzu untersucht die Forschungsgruppe in einem Modell Mechanismen, die bei der Asphyxie in den Immunzellen eine tragende Rolle spielen, um sekundäre Schäden, die durch Immunzellen und Media­toren in den Organsystemen entstehen, zu reduzieren.


Weitere Projekte finden Sie unter www.stiftung-um-aachen.de.