Stolpernde Kinderherzen

Sie spielen mit Freunden, laufen zur Schule und entdecken die Welt: Kinder sind immer in Bewegung – und damit auch ihre Herzen. Läuft alles im Takt, steht dem bewegten Alltag nichts im Wege. Kinder mit einer Herzrhythmusstörung hingegen sind bereits früh belastet. Ihr Herz soll schließlich noch ein Leben lang durchhalten.

Leben und Herzrhythmus gehören zusammen. Da unser ganzes Leben voller Bewegung ist, kann auch das Herz nicht wie ein Uhrwerk schlagen. Die Aufregung vor einer Prüfung oder die Anstrengung beim Sport lassen unser Herz schneller schlagen. Lesen wir gemütlich auf dem Sofa ein Buch, haben wir einen ruhigen Puls. In jedem Moment an jedem Tag im Jahr passt sich die Herzschlagfolge den Anforderungen an, die an das Herz gestellt werden. So ist es zumindest bei einem gesunden Menschen. Bei Herzrhythmusstörungen springt die Schlagfolge meist plötzlich um auf eine der Situation nicht angemessene Schlagfrequenz. Sie kann zu hoch, zu niedrig oder unregelmäßig sein, entweder vorübergehend oder aber anhaltend.

Fast jedes 100. Kind leidet an Herzrhythmusstörungen.

Herzrhythmusstörungen betreffen überwiegend ältere Menschen, das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Schätzungen zufolge leidet aber auch fast jedes 100. Kind an solchen Unregelmäßigkeiten, die in unterschiedlicher Art und Schwere auftreten können. Für die kleinen Patienten ist das eine ungeheure Belastung; die Kleinsten verstehen nicht einmal, warum sie nicht unbeschwert wie andere Kinder spielen können. Eine Herzrhythmusstörung verändert das kindliche Heranwachsen und somit auch das gesamte Familienleben dauerhaft und einschneidend.

Schonende Behandlung von Kinderherzen

Die gute Nachricht ist jedoch: Viele Herzrhythmusstörungen können heute sehr gut behandelt werden, sodass die Lebensqualität der Kinder nicht oder nur wenig eingeschränkt ist. Hierfür sorgen Kinderherzspezialisten wie Univ.-Prof. Dr. med. Gunter Kerst, Leiter der Klinik für Kinderkardiologie an der Uniklinik RWTH Aachen. Ein besonderer Schwerpunkt von Prof. Kerst und seinem Team liegt in der interventionellen Elektrophysiologie, also in der Katheterablation von Herzrhythmusstörungen. „Kathether­ablation heißt, dass die Überleitung oder Entstehung von krankhaften Erregungen im Herzen verhindert wird. Es ist eine wirksame, minimal-invasive Methode gegen bestimmte Herzrhythmusstörungen“, erklärt Prof. Kerst. „Wir behandeln in Aachen die Störungen im jungen Lebensalter und bei angeborenen Herzfehlern, insbesondere auch nach komplexen Herzoperationen bei Kindern und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern. Die Besonderheit unseres Vorgehens hier in Aachen ist, dass wir den Großteil der Untersuchungen ohne Röntgenstrahlen durchführen, oder allenfalls mit einer äußerst geringen Durchleuchtungszeit.“

Über 600 Patienten werden pro Jahr in der Klinik für Kinderkardiologie behandelt, davon 100 mit Herzrhythmusstörungen. Sie ist eines der größten spezialisierten Zentren in Deutschland für die Behandlung von Rhythmusstörungen bei Kindern und Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern.

Die Katheterablation funktioniert traditionell mit „Hitze“, also durch Erwärmung des krankhaften Gewebes mittels Radiofrequenzenergie. Der Arzt führt einen speziellen Katheter, den Ablationskatheter, ins Innere des Herzens und steuert gezielt den Punkt im Herzmuskelgewebe an, der für die Herzrhythmusstörung verantwortlich ist. An dieser Stelle wird das Gewebe erwärmt und verödet, und die Herzmuskelzellen verlieren dort ihre elektrische Leitfähigkeit. „Aktuelle Erfahrungen zeigen, dass das Verfahren besonders sicher und schonend ist, wenn an empfindlichen Stellen im kleinen kindlichen Herzen das Gewebe anstelle von Hitze mit Kälte verödet wird. Das ist die sogenannte Kryo-Ablation“, erläutert der Kinderherzspezialist.

Mit Kälte heilen

Das Wort „kryos“ bedeutet im Griechischen „Kälte“. Bei der Kryo-Ablation wird der Herzkatheter über eine Vene zum Herzen geführt und mit einem medizinischen Gas gefüllt, das zu einer Abkühlung der Herzkatheterspitze auf minus 70 Grad Celsius führt. Die Abkühlung ist schmerzfrei und zerstört gezielt nur die Zellen, die für die Herzrhythmusstörung verantwortlich sind, schont aber umliegendes Gewebe und die wichtigen Koronararterien. Für die rund 100 Kinder mit Herzrhythmusstörungen, die das Team der Klinik für Kinderkardiologie pro Jahr behandelt, ist die Kryo-Ablation eine wichtige Behandlungstechnik – damit die Kinderherzen ihrem bewegten Leben gewachsen sind.


Ihre Hilfe ist gefragt!

Spendenprojekt „Kryo-­Ablation bei Kindern mit Herzrhythmusstörungen“

Kryo-Konsole: Mit Kälte heilen (© Medtronic)

Die Kryo-Ablation ist eine besonders schonende Methode zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen bei Kindern. Mit einer Kryo-Konsole, einem Gerät zur Herstellung von Kälte­energie für die Verödung von krankhaftem Herzgewebe, bedeutet der Eingriff für die Kinder einen sichereren Eingriff als bei der traditionellen Methode mit Hitze. Die Anschaffungskosten der Konsole belaufen sich auf rund 48.000 Euro.

Spenden Sie für Kinder mit Herzrhythmusstörungen unter dem Stichwort „Kryo-Ablation“. Nutzen Sie hierfür ganz einfach das Online-Spendenformular auf www.stiftung-um-aachen.de oder überweisen Sie auf das Spendenkonto der Stiftung Universitätsmedizin Aachen:

Stiftung Universitätsmedizin Aachen
Sparkasse Aachen
IBAN: DE88 3905 0000 1072 4490 42
BIC: AACSDE33XXX

Für jede Spende erhalten Sie eine Zuwendungsbestätigung für Ihre Steuererklärung. Damit Ihnen diese zugeschickt werden kann, geben Sie bitte bei Ihrer Überweisung beim Verwendungszweck Ihre Adresse an.

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