Mask-have: Alltagsmasken richtig tragen

In Deutschland gilt vielerorts seit Ende April 2020 eine teilweise Maskenpflicht, um die Verbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen. Auch Nordrhein-Westfalen verpflichtet ab dem 27. April zum Tragen einer Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie beim Einkaufen. Zulässig sind neben einfachen Schals sogenannte Alltagsmasken, auch Community-Masken genannt. Wie werden sie richtig getragen und was gibt es sonst zu beachten?

Viele Menschen nähen ihre Alltagsmaske selbst. Im Netz gibt es zahlreiche Anleitungen. (© luciepeclova – stock.adobe.com)

Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu schützen, sind Selbstisolierung bei Erkrankung, eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen (siehe Artikel Coronavirus – Daten, Fakten, Tipps).

Mehrlagiger medizinischer (chirurgischer) Mund-Nasen-Schutz (MNS) und medizinische Atemschutzmasken, zum Beispiel FFP-Masken, müssen medizinischem und pflegerischem Personal vorbehalten bleiben. Der Schutz des Fachpersonals ist von gesamtgesellschaftlich großem Interesse.

Für die breite Bevölkerung ist das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, laut Robert Koch-Institut eine „textile Barriere im Sinne eines MNS“, empfohlen. Gemeint sind damit Alltagsmasken, sogenannte Community-Masken, die aus Stoff gefertigt sind.

Worauf muss ich beim Tragen einer Alltagsmaske achten?

Händehygiene
Bevor Sie die Maske aufsetzen, waschen Sie sich gründlich mit Seife die Hände. So können Erreger, die man eventuell an den Händen trägt, nicht in die Innenseite der Maske gelangen. „Auch unmittelbar vor und nach dem Ausziehen der Maske ist es ratsam, sich die Hände zu waschen, selbst wenn die Chance, tatsächlich Virus an Maske oder Händen zu haben, angesichts der Zahl der Infizierten derzeit relativ gering ist“, sagt Prof. Dr. med. Sebastian Lemmen, Leiter des Zentralbereichs für Krankenhaushygiene und Infektiologie an der Uniklinik RWTH Aachen.

Guter Sitz
Die Maske sollte Mund und Nase abdecken und eng an den Wangen anliegen, damit möglichst wenig Luft an den Seiten eindringen kann. Ist der Stoff durchfeuchtet, sollte man die Maske absetzen oder austauschen.

Reinigung
Um die Maske zu reinigen, können Sie sie in die Waschmaschine stecken. „Es reichen 60 Grad und Waschmittel aus, um das Virus zu töten“, so Prof. Lemmen.

Material
Die Maske soll Tröpfchen abfangen, die wir beim Sprechen, Lachen, Husten oder Niesen ausstoßen. Grundsätzlich gilt: Je dichter der Stoff, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Tröpfchen hindurch gelangen. Allerdings sollte man unter der Maske noch gut atmen können.

Schutz
Die meisten Experten gehen davon aus, dass ein Stoffstück vor Mund und Nase vor allem ein Fremd- und kein Selbstschutz ist. Aber: „Wenn zwei Leute einen selbstgenähten Mundschutz tragen, sind beide geschützt“, sagt der Infektiologe. Abstand halten und auf die Händehygiene achten gilt nach wie vor (Hygienetipps auf www.infektionsschutz.de).

Selbstgenähter vs. chirurgischer Mund-Nasen-Schutz
Die Filterleistung selbstgenähter Masken ist geringer als die eines zertifizierten, industriell hergestellten Mund-Nasen-Schutzes. Die Filterleistung ist in erster Linie wichtig für den Eigenschutz. Fremdschutz kann auch durch das Tragen eines selbstgenähten Mund-Nasen-Schutzes erreicht werden, sodass das Tragen im privaten Bereich durchaus sinnvoll sein kann.

Autofahrer aufgepasst!
Was bedeutet die Maskenpflicht fürs Autofahren? Generell gilt: Wer sich mit einem Mundschutz hinter das Lenkrad eines Kraftfahrzeugs begibt, muss darauf achten, dass die ausschlaggebenden Gesichtszüge im Wesentlichen weiterhin auszumachen sind, meldet der ADAC. Bei den handelsüblichen Masken sollte das eigentlich kein Problem sein, da das Gesicht damit im Normalfall noch zu erkennen ist. Selbstgenähte Alltagsmasken könnten aber das Gesicht zu weit verdecken. Die Situation in Bezug auf das Coronavirus ist allerdings besonders: Wenn aufgrund anderer Mitfahrer der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann, ist das Tragen einer Maske geboten. Es handelt sich in dem Fall nicht um ein vorsätzliches Verschleiern der Identität, da in der Corona-Krise gesundheitliche Motive im Vordergrund stehen. Letztlich ist es immer eine Einzelfallentscheidung und steht im Ermessen des Polizeibeamten, ob ein Verstoß gegen das Vermummungsverbot beim Autofahren vorliegt.

Weitere Informationen zum Theme Schutzmasken finden Sie auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).