Im Sommer gilt: Grillen Sie gesund!

Die Tage sind lang, die Abende milde: Beste Voraussetzungen für herrliche Grillabende. Damit der Grillspaß nicht zum Gesundheitsrisiko wird, verrät apropos die fünf wichtigsten Tipps.

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Grillen ist gesund – zumindest wenn man es richtig macht. Im Gegensatz zum Braten in der Pfanne wird beim Grillen zum Beispiel weniger Fett verbraucht. Das beliebteste Grillgut Fleisch versorgt unseren Körper mit Eiweiß, Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Doch wie viel ist zu viel? Was ist bei der Lagerung von Fleisch und bei der Bedienung des Grills zu beachten, damit das Grillvergnügen gesund bleibt? Mit diesen fünf Tipps grillen Sie erfolgreich.

1. Genuss in Maßen statt in Massen

Bereits rund 150 g Fleisch pro Grillabend, nicht mehr als zweimal in der Woche, reichen für eine gesunde Ernährung aus. Ein erhöhter Fleischkonsum kann zu gesundheitlichen Gefährdungen wie Herz- und Kreislauferkrankungen, erhöhtem Cholesterinspiegel und Herzinfarktrisiko führen. Es werden vermehrt ungesunde Phosphate und Nitrite aufgenommen. Ein reichhaltiges Angebot von leckeren Beilagen hilft, den Grillfleischkonsum zu begrenzen.

2. Fleisch allein macht nicht glücklich und gesund

Warum nicht mal etwas Neues ausprobieren? Ob Gemüse, Fisch, Fleischersatz wie Tofu, Grillkäse oder Schafskäse, Garnelen, Shrimps, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Obst … Der kulinarischen Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Fleischlos grillen ist gesund, hat weniger Kalorien und schmeckt gut.

3. Wenn die Sonne lacht – Lebensmittellagerung

Zur Vermeidung von Lebensmittelinfektionen ist es in der Sommerzeit wichtig, stets auf die richtige Lagerung des Grillguts und auf die Hygiene bei der Zubereitung der Speisen zu achten.

  • Tiefgekühltes Grillgut immer im Kühlschrank auftauen.
  • Rohes Fleisch und Speisen, die roh verzehrt oder kalt serviert werden, zum Beispiel Salate oder Frikadellen, getrennt aufbewahren und verarbeiten.
  • Zwischen den Arbeitsgängen mit verschiedenen Lebensmitteln immer die Hände gründlich unter warmem, fließendem Wasser mit Seife waschen und die Küchenwerkzeuge wie Schneidbretter, Messer etc. gründlich reinigen. Damit wird verhindert, dass Keime von rohem Fleisch auf andere, verzehrfertige Lebensmittel übertragen werden.
  • In der sommerlichen Hitze und bei hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sich Krankheitserreger besonders schnell. Nicht nur beim Grillgut, auch in Grillsoßen, Marinaden sowie Beilagen und Desserts. Deshalb Grillgut und Speisen nicht in der Sonne stehen lassen und leicht verderbliche Lebensmittel immer bis zum Verzehr kühlen.
  • An heißen Sommertagen lieber auf den Verzehr von rohem Fleisch, zum Beispiel Carpaccio, rohem Hackfleisch und mit rohem Ei zubereitete Speisen wie Mayonnaise oder Tiramisu verzichten.
  • Das Grillgut sollte immer gut durchgegart verzehrt werden. Durch gleichmäßiges und vollständiges Erhitzen auf +70 °C bis +100 °C werden die meisten Krankheitserreger abgetötet.

4. Gesund grillen und gesund bleiben

  • Für ein gesundes Grillen nur Holzkohle verwenden, alles andere, beispielsweise bemaltes Holz oder Altpapier, kann giftige Dämpfe freisetzen. Die Kohlen müssen ordentlich durchgeglüht sein, am besten 45 Minuten. Vorher dünsten sie krebserregende Stoffe aus, die sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die sich mit dem Rauch auf das Grillgut legen können. Auch Grillanzünder entwickeln giftige Dämpfe, deshalb müssen sie ganz verbrannt sein, bevor das Grillgut aufgelegt wird.
  • Nur Fette verwenden, die sich hoch erhitzen lassen, das Fett verliert sonst seine gesundheitsfördernden Eigenschaften.
  • Auf Holzkohle immer mit Grillschalen grillen. Bei salzigen oder sauren Speisen, wie Schafskäse oder Fisch mit Zitrone, keine Grillschalen aus Aluminium oder Aluminiumfolie verwenden. Es könnten große Mengen Aluminium mit dem Grillgut aufgenommen werden. Besser geeignet und nachhaltiger sind wiederverwendbare Grillschalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung.
  • Eine Tropfschale benutzen! Wenn Fleischsaft, Marinade, Fett oder Öl in die Glut tropft und dort verbrennt, bilden sich ebenfalls polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Das Grillgut saugt sich damit voll und der aufsteigende, giftige Dampf wird eingeatmet.
  • Die Glut niemals mit Bier löschen! Hierbei entsteht kein zusätzliches Aroma, das Bier verdampft sofort, es entsteht Rauch und Asche wird aufgewirbelt. Diese setzt sich auf das Grillgut und wird mit verzehrt.
  • Gepökeltes oder Geräuchertes nicht grillen, da sich durch die hohen Temperaturen krebserregende Nitrosamine bilden.
  • Niemals schwarzes, angebranntes Grillgut verzehren! Der Verzehr von Angebranntem fördert die Krebsentstehung.

5. Grillunfälle vermeiden

Informationen und Tipps zum sicheren Grillen finden Sie hier.