Kinderleicht erklärt: Echte Knochenarbeit

Leonie hatte sich beim Fahrradfahren den Arm gebrochen. Der Knochen wurde durch einen Gips ruhiggestellt. Jetzt kann der Gips weg, der Knochen ist wieder zusammengewachsen. Es ist kein Bruch mehr da. Wie kann das sein?

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Unser Körper ist ein wahres Meisterwerk der Natur. Wir können springen, tanzen, stehen und laufen. Der Körper ist also stabil und beweglich zugleich. Dafür können wir uns bei unserem Skelett bedanken. Es setzt sich aus 206 Knochen zusammen und gibt unserem Körper die Form und den nötigen Halt. Ohne Knochen würden wir zusammenfallen. Wir müssten dann zum Beispiel kriechen wie Würmer oder Schnecken. Das sind Weichtiere, sie haben keinen einzigen Knochen. Das sähe bestimmt witzig aus, wäre aber ganz schön unpraktisch.

Unsere Knochen leben

Zurück zu Leonies Knochenbruch, der ganz von alleine geheilt ist. Das funktioniert, weil Knochen leben. Sie bestehen zum Beispiel aus Mineralsalzen wie Kalzium, die den Knochen härten und stärken. Und aus kollagenen Fasern. Das sind Eiweißstoffe, die die verschiedenen Elemente verbinden und zusammenkleben. Die Elemente des Knochens sind fest miteinander verwoben und vernetzt. Sie sind sehr stabil und werden durch Blutgefäße hin- und hertransportiert. Kommt es aber wie bei Leonie nach einem Sturz mit dem Fahrrad zu einem heftigen Aufprall, kann der Knochen brechen. Aua!

Osteoblasten und Osteoklasten heilen den Bruch

So kann man sich Knochen vorstellen: Osteoblasten (orange) bauen Knochen auf. Osteoklasten (blau) bauen Knochen ab.

Nach dem ersten Schreck und dem Schmerz passiert etwas richtig Spannendes: Aus dem Blut der verletzten Äderchen im Bereich des gebrochenen Knochens bildet sich ein zartes Gerüst. Das wird zwischen den Knochenteilen bald zu einem sehr weichen Ersatzknochen. Bestimmte Zellen, die Osteoblasten, bauen den richtigen Knochen langsam wieder auf. Dazu lagern sie Stoffe wie Kalziumteilchen im Ersatzknochen ab. Die neu gebildeten Stellen sind sehr dick und ragen oft weit über den Knochenrand hinaus. Deswegen arbeiten gleichzeitig auch andere Stoffe, die Osteoklasten. Sie machen genau das Gegenteil. Sie bauen überflüssiges Gewebe ab. Bei einem gesunden Menschen arbeiten aufbauende und knochenfressende Zellen gleichzeitig. Wenn ein Bruch heilt, sind die Knochen aufbauenden Osteoblasten aktiver, bei Kindern noch mehr als bei Erwachsenen. Deswegen heilt ein Knochenbruch bei Kindern auch schneller. Was für ein Glück für Leonie!