Hautsache gesund

Sie ist unglaublich vielseitig und unser wichtigster Schutz gegen äußere Einflüsse: die Haut. Was sie täglich leistet, ist beeindruckend. Umso mehr sollten wir sie pflegen und im Notfall einem Experten anvertrauen.

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Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Sie bietet Schutz vor der Umwelt, ist eines der wichtigsten Sinnesorgane und gilt als der „Spiegel der Seele“. Abhängig von Körpergröße und Körpergewicht hat unsere Haut eine Oberfläche von eineinhalb bis zwei Quadratmetern und wiegt circa 14 Kilogramm. Auf jedem Quadratzentimeter der Haut ist richtig was los: Je nach Lokalisation befinden sich hier ungefähr bis zu 150.000 Pigmentzellen, 5.000 Sinneszellen, 100 Schweißdrüsen, 15 Talgdrüsen, 5 Haare sowie Nervenbahnen und Blutgefäße.

Drei Hautschichten

Mit dieser Ausstattung kann die Haut wichtige Funktionen übernehmen. Als äußere Hülle schirmt sie das Körperinnere vor schädlichen Einflüssen ab. Die Oberhaut, die Epidermis, bildet eine schützende Hornschicht und wehrt Krankheitserreger ab. Auf ihr tummeln sich 10 Billiarden Bakterien – eine 10 mit 12 Nullen. Die höchste Bakteriendichte haben wir unter den Achseln. Aber keine Sorge, die meisten sind gut und nützlich für den Menschen. Zudem finden sich auch viele Zellen des Immunsystems in der Haut, die Langerhans-Zellen.

Die Oberhaut ist mit 0,1 Millimeter nur so dünn wie ein Blatt Papier und erneuert sich alle vier Wochen vollständig. Daher verlieren wir 600.000 Hautschuppen pro Stunde. Das sind etwa 0,7 Kilogramm im Jahr – in einem durchschnittlichen Leben sind das stolze 50 Kilogramm Hautschuppen.

Klimaanlage des Körpers

Die Lederhaut, die Dermis, ist wesentlich dicker als die Oberhaut und sehr robust. In ihr stecken die Blut- und Lymphgefäße sowie die Nervenzellen, mit denen wir Sinneseindrücke wie Schmerz, Berührung, Temperatur oder Druck wahrnehmen. Die Haut regelt wie eine Klimaanlage den Wärmehaushalt des Körpers: Etwa 30.000 Temperaturfühler in unserer Haut senden ständig die aktuellen Wärmedaten an unser Zwischenhirn. Bei Bedarf gibt die Haut aus zwei bis drei Millionen Drüsen Schweiß ab. Durch die Verdunstung des Schweißes wird dem Körper Wärme entzogen und er kühlt ab.

Zudem ist die Haut zuständig für die Produktion von Vitamin D, das wichtig für unsere Knochen, Nieren, den Darm und die Haut selbst ist. Dafür brauchen wir Sonnenlicht. Es wird angenommen, dass Menschen aus sonnenärmeren Gebieten eine helle Hautfarbe haben, um so die Vitamin D-Produktion anzupassen.

Die Unterhaut, die Subcutis, enthält vor allem Fettgewebe. Dieses dient dem Körper als Energiespeicher, bietet Schutz vor Kälte und gibt dem Körper die Kontur.

Informationsaustausch durch Körpersignale

Neben den genannten Funktionen übernimmt die Haut auch einen wichtigen Part beim Informationsaustausch durch Körpersignale: Furcht kann Gänsehaut verursachen, wir erblassen vor Schreck oder erröten vor Scham. Auch das Wechselspiel von Körper und Seele zeigt sich besonders deutlich auf unserer Haut – emotionale und psychische Konflikte, die uns belasten, können sie krank machen und sogenannte psychosomatische Beschwerden auslösen.

Ein gesunder Lebensstil und vernünftige Pflege helfen der sensiblen Hülle bei ihren vielfältigen Funktionen. Dennoch treten bei vielen Menschen immer wieder Hautprobleme auf – angefangen bei vorübergehenden Reizungen, die die Haut oft selbst wieder ausgleicht, bis hin zu Haut­erkrankungen, die sich als Hautausschlag, verdächtige Flecken, Verfärbungen und Schwellungen zeigen, die ein Hautarzt abklären sollte.

Spezialisten für alle Fälle

Fakt ist: Krankheiten der Haut, wie Hautkrebs und Allergien, gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Die Klinik für Dermatologie und Allergologie – Hautklinik an der Uniklinik RWTH Aachen widmet sich als einziges Krankenhaus in der Region dem gesamten Spektrum der Hautkrankheiten. Hierzu zählen entzündliche Erkrankungen wie Schuppenflechte und Ekzeme, Allergien – für deren Behandlung es an der Uniklinik RWTH Aachen das Aachener Comprehensive Allergy Center (ACAC) gibt –, Hautinfektionen, Krankheiten der Schleimhäute, Nägel und Haare, aber auch Tumor­erkrankungen wie schwarzer und weißer Hautkrebs. Die Klinik bietet ihren Patientinnen und Patienten in spezialisierten Ambulanzen, stationär auf der Station und teilstationär in der Tagesklinik eine gezielte Diagnostik und innovative konservative und operative Therapien gepaart mit kompetenter Beratung an. Neu ist seit Juli 2020 das interdisziplinäre Wundzentrum. Hier werden Patientinnen und Patienten mit chronischen Wunden fachübergreifend von Dermatologen, Plastischen Chirurgen, Gefäßchirurgen, Angiologen, Diabetologen und zertifizierten Wundexperten betreut.