Kinderleicht erklärt: Warum lassen sich Menschen tätowieren?

Wenn Erwachsene ein Zeichen oder eine Zeichnung auf der Haut tragen, nennt man das Tattoo, sprich tättuh, oder Tätowierung. Anders als ein aufgemaltes oder aufgeklebtes Tattoo lässt sich eine echte Tätowierung nicht abwaschen.

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Schon in der Steinzeit hatten die Menschen Tattoos. Sie wollten damit ihren Körper verschönern und zeigen, dass sie einer bestimmten Gruppe angehören. Später haben die Römer die Kunst des Tätowierens genutzt, um Sklaven und Verbrecher mit einem Zeichen zu markieren. Heutzutage haben viele Menschen Tattoos. Sie möchten damit zum Beispiel eine Narbe überdecken oder an ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben erinnern. Manchmal finden sie es auch einfach nur schick und modern.

Ein Tattoo kann man sich überall stechen lassen. „Stechen lassen“ sagt man deshalb, weil die Farbe für das Tattoo mit Nadeln in die Haut hineingestochen wird. Das tut ziemlich weh und hinterlässt eine Wunde, die erst nach gut einem Monat verheilt. Viele Hautärzte raten von Tattoos ab, weil die Farbe gesundheitsschädlich sein könnte und man es nur schwer entfernen kann. Es sieht selbst nach einem Tag im Schwimmbad aus wie vorher. Außerdem kann es zu Allergien auf die Tattoofarbe kommen – sogar bei aufgemalten Henna-Tattoos. Das kann passieren, wenn die eigentlich harmlose Henna-Farbe mit anderen Farbstoffen vermischt wird, um eine dunklere Färbung zu erreichen.

Ungeliebte Tattoos

Manche Menschen wollen ihr Tattoo nicht mehr haben, zum Beispiel weil es nicht mehr gut aussieht. Oder weil sie das Zeichen nicht mehr mögen. Sie würden sich freuen, wenn sie es einfach abwaschen könnten. Doch das geht leider nicht. Nur Fachleute können ein Tattoo langsam verschwinden lassen. Sie nutzen dafür einen Laser, der den Farbstoff unter der Haut in sehr kleine Teilchen aufbricht. Diese kleinen Teilchen verschwinden über die Lymphgefäße, die zum Beispiel unser Blut abtransportieren, aus dem Körper. Wenn das nicht richtig gemacht wird, kann es eine Wunde oder Narben geben. Außerdem sind diese Behandlungen schmerzhaft und oft viel teurer als das eigentliche Tattoo.

Tattoos bei Tieren

Auch Tiere werden tätowiert. Man kann zum Beispiel seinem Hund eine Nummer ins Ohr tätowieren lassen. Das ist ziemlich clever. Denn wenn der Hund wegläuft oder gestohlen wird, kann man mit der Nummer den Besitzer herausfinden. In dem Fall ist ein Tattoo ganz schön praktisch.


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Kennst du die Maori? Sie sind die Ureinwohner Neuseelands. In der Maori-Kultur gibt es eine traditionelle Tattoo-Kunst. Sie heißt Ta Moko. Männer und Frauen tragen sie im Gesicht und zeigen damit, welcher Kultur sie angehören. In früheren Zeiten waren Moko ein wichtiger Ausdruck des sozialen Ranges, des Wissens, der Fähigkeiten und der Heiratsberechtigung des Trägers oder der Trägerin.