Fastenzeit: Tipps rund um den heilsamen Verzicht

Am Aschermittwoch beginnt die alljährliche Fastenzeit, die mit dem Osterfest endet. Der vierzigtägige Verzicht soll positive Auswirkungen auf Körper und Geist haben – viele Menschen berichten von einem Stressabbau oder dem Rückgang negativer Gedankengänge. Trotzdem kann die Umstellung sehr fordernd sein. Unsere fünf Tipps sollen Ihnen dabei helfen, gut durch die Fastenzeit zu kommen.

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Vorbereitung und realistische Ziele

Beim Fasten verzichtet man auf bestimmte Nahrung, Getränke oder Genussmittel. Definieren Sie Ihre Ziele: Worauf möchten Sie verzichten, worauf nicht? Setzen Sie sich im Vorhinein damit auseinander, wie Sie die Fastenzeit angehen möchten. Sollten Sie eine strenge Fastenkur anvisieren, ist es ratsam, den Körper schon einige Zeit vorher auf die Nahrungsumstellung vorzubereiten. Das richtige Fastenbrechen ist dabei genauso wichtig: Es kann nötig sein, erstmal auf leichtere Kost umzusteigen und den Körper langsam wieder an vorige Essgewohnheiten zu gewöhnen. Beliebte Fastenmethoden sind beispielsweise Heilfasten, Intervallfasten oder Basenfasten. Wer sich realistische Ziele setzt, der hat es leichter, diese auch zu erreichen. Schreiben Sie sich Ihr Vorhaben auf, um es zu visualisieren, und bleiben Sie positiv, auch wenn es mal einen Tag nicht so gut klappen sollte.

Dem Körper Zeit geben

Gerade am Anfang einer Umstellung der Gewohnheiten kann man sich unwohl fühlen, schließlich muss sich der Körper erst einmal an die neuen Gegebenheiten gewöhnen. Regelmäßige Bewegung beugt Kreislaufproblemen vor, verhindert den Abbau von Muskelmasse und regt den Stoffwechsel an. Vor allem viel Bewegung an der frischen Luft tut gut. Sollten Sie nichts essen, so denken Sie daran, dass die Anstrengung nicht zu groß sein sollte. Verzichten Sie lieber auf Leistungssport.

Entspannung hilft beim Durchhalten

Um den Fokus nicht zu verlieren, ist es ratsam, zwischendurch bewusst Ruhe in den Alltag zu bringen. Entspannungsübungen können beim Durchhalten helfen. Dafür bietet sich beispielsweise Yoga oder Meditation an. Für beides brauchen Sie kaum Utensilien: Es genügen eine rutschfeste Unterlage fürs Yoga und ein ungestörter, ruhiger Sitzplatz für die Meditation. Für beide Praktiken finden sich auf YouTube viele Anleitungen und Hilfestellungen.

Viel trinken

Besonders während der Fastenzeit ist es wichtig, viel und ausreichend zu trinken. Getränke können dabei helfen, den Hunger oder das Verlangen nach Süßigkeiten zu stillen. Infrage kommen Wasser, ungesüßte Tees in allen Varianten, aber auch Saftschorlen. Es sollten mindestens 2,5 Liter täglich getrunken werden. Das ist auch hilfreich, um Kreislaufproblemen vorzubeugen.

Im Austausch bleiben

Um Ihre Ziele zu erreichen, kann es hilfreich sein, anderen Personen von den Plänen zu erzählen. Vielleicht möchte sich ja jemand aus Ihrem Freundeskreis den Fastenplänen anschließen? Durch gegenseitige Motivation fällt es leichter, sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und durchzuhalten. Sollten Sie Interesse an einer längeren und strengen Fastenkur haben, so kann es ratsam sein, einen Arzt oder Ernährungsberater aufzusuchen und mit diesem über Ihr Vorhaben zu sprechen.

Wichtiger Hinweis: Schwangere, Kinder oder Senioren sollten nicht fasten.


Buchtipp

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Univ.-Prof. Dr. med. Thorsten Cramer, Leiter des Lehr- und Forschungsgebietes „Molekulare Tumorbiologie“ und Leiter der Forschung der Klinik für Allgemein-, Viszeral und Transplantationschirurgie an der Uniklinik RWTH Aachen, beschäftigt sich privat wie beruflich mit den Themen Ernährung und Fasten. Sein Tipp: „Sprechen Sie vorher mit einem Arzt oder einer Ernährungsberatung. Denn vor allem beim Fastenbrechen kann man viele Fehler machen.“ Allen interessierten Leseratten empfiehlt er das Buch Wie neugeboren durch Fasten von Dr. med. Hellmut Lützner. Es ist im Graefe und Unzer Verlag erschienen und hat 128 Seiten (ISBN: 978-3833873560).