Achtung, Zuckerfalle!

Sie denken jetzt schon: Ich kann es nicht mehr hören? Meine Schokolade lasse ich mir nicht nehmen? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen. Denn Schokolade ist – in Maßen natürlich – gar nicht das Problem. Viel schlimmer ist der versteckte Zucker.

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Statistisch gesehen verzehrt jeder Deutsche mehr als 34 Kilogramm Zucker pro Jahr. Das klingt nicht nur viel, es ist auch viel. Zu viel. Denn wir brauchen den Stoff gar nicht, weil wir unsere Energie aus Kohlenhydraten wie Brot oder Nudeln ziehen können. Daraus kann unser Körper dann selbst Zucker herstellen. Zucker liefert unserem Körper nichts außer überflüssigen Kalorien, die uns das lästige Hüftgold bescheren. Und nicht nur das: Wissenschaftler finden immer mehr Hinweise darauf, dass Zucker uns auch krank macht. Aber der Reihe nach. Woraus besteht Zucker eigentlich?

Haushaltszucker

Der Haushaltszucker, Saccharose genannt, besteht aus Glukose und Fruktose, also aus dem allseits bekannten Trauben- und Fruchtzucker. Die beiden Stoffe werden in unserem Körper auf unterschiedliche Weise verarbeitet: Den Fruchtzucker verdauen wir über den Darm, den Traubenzucker mithilfe des Hormons Insulin. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Fruchtzucker weniger satt macht als anderer Zucker. Die Gefahr: Wir essen mehr. Außerdem fördert er die Bildung von Fettpolstern. Aufgepasst: nicht nur die der sichtbaren Pölsterchen. Experten sprechen vom sogenannten TOFI-Phänomen: Thin Outside, Fat Inside. Zu Deutsch: außen schlank, innen dick. Es kommt zur Fettansammlung in der Bauchhöhle, in der Leber, in der Bauchspeicheldrüse, den Nieren, dem Herz und den Arterien – sogar im Knochenmark – und kann zu Osteoporose führen. Laut Studiendaten sieht ein dünner Dicker klassischerweise so aus: schlankes Äußeres, schmale Gelenke, kaum Muskulatur, eingefallene Schultermuskeln, eingesunkene Brust und kleine Speckröllchen am Bauch.

Risiko Fruchtzucker

Trotzdem werden immer mehr Produkte mit Fruchtzucker gesüßt – Ketchup, Fertiggerichte, Soßen oder Müslis beispielsweise. Manche Hersteller werben damit, weil das Wort „Frucht“ den Zucker harmlos erscheinen lässt. Außerdem ist er in den beliebten Smoothies und in Säften enthalten. Auch in frischem Obst steckt Fruchtzucker. Manche Obstsorten wie etwa kernlose Weintrauben enthalten vergleichsweise viel Fruktose, die meisten Beerensorten hingegen relativ wenig. Dennoch sollten wir auf Obst nicht verzichten: Darin befinden sich lebenswichtige Vitamine sowie Ballaststoffe, die verhindern, dass der Zucker zu schnell in die Leber gelangt. Deshalb ist selbst Obst mit relativ viel natürlichem Zuckergehalt gesünder als Lebensmittel, die zugesetzten Zucker enthalten – vor allem da, wo man ihn gar nicht vermuten würde. Wussten Sie zum Beispiel, dass viele Frischkäsesorten Zucker enthalten? Und dass in den viel gepriesenen Light-Produkten zwar weniger Fett, dafür aber ordentliche Mengen an Zucker enthalten sind? Irgendwo muss der gute Geschmack ja herkommen.

Fazit: Wo gesund draufsteht, ist nicht immer gesund drin. Gönnen Sie sich zwischendurch ruhig mal ein Stückchen Schokolade oder einen Muffin, aber versuchen Sie, gesüßte Getränke und Lebensmittel mit zugesetztem Zucker zu vermeiden. Sie sind die wahre Gefahr – übrigens auch für schlanke Menschen.