Gemeinsam für einen starken Rücken

Die Aachener Uniklinik hat ein neues, interdisziplinäres Wirbelsäulen­zentrum gegründet. Spezialisten versorgen hier allumfassend Patientinnen und Patienten mit Wirbelsäulenerkrankungen.

© artstudio_pro / Fotolia

Die moderne Medizin eröffnet Menschen mit Rückenbeschwerden eine Vielzahl von Möglichkeiten. Für den Laien ist die Wahl der richtigen Fachdisziplin oft schwer erkennbar, denn Wirbelsäulenspezialisten arbeiten sowohl in den Kliniken für Neurochirurgie und Ortho­pädie als auch in der Klinik für Unfallchirurgie. Im Idealfall begutachten Ärzte aller drei Fachbereiche gemeinsam jeden einzelnen Patienten – so auch an der Uniklinik RWTH Aachen: Die drei Klinikdirektoren Univ.-Prof. Dr. med. Hans Clusmann (Neuro­chirurgie), Univ.-Prof. Dr. med. Frank Hildebrand (Unfall- und Wiederherstellungschirurgie) und Univ.-Prof. Dr. med. Markus Tingart (Orthopädie) bilden den Kern des interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums Aachen (WZA), das das komplette Spektrum der Wirbelsäulendiagnostik und -therapie abdeckt. „Wir therapieren Wirbelsäulenerkrankungen aller Art, möchten aber vor allem denjenigen Patienten eine Anlaufstelle bieten, deren Behandlung bislang erfolglos verlaufen ist“, sagt Prof. Hildebrand.

Die drei Professoren und ihre Oberärzte arbeiten schon länger interdisziplinär zusammen, bündeln ihre Expertisen nun aber noch stringenter. Dazu zählen die Einrichtung einer interdisziplinären Wirbelsäulensprechstunde, fest implementierte Behandlungsstandards und -abläufe und ein multimodaler Therapieansatz.

Sie bilden den Kern des interdisziplinären Teams des WZA: Prof. Clusmann, Prof. Tingart und Prof. Hildebrand. (© Uniklinik RWTH Aachen)

Kooperation mit anderen Fachbereichen

Zu diesem Zweck arbeitet das WZA eng mit anderen Fachdisziplinen der Uniklinik RWTH Aachen zusammen. Im Bereich der Diagnostik kooperieren die Experten der drei Kliniken mit der Neuroradiologie und der Radiologie, die dank bildgebender Verfahren Aufschluss über die zugrundeliegende Erkrankung geben können. Bei der Therapie nehmen die Schmerzambulanz und die Psychosomatik eine entscheidende Rolle ein, nach der OP die Physiotherapie. „Wir profitieren sehr davon, dass wir ein Haus der kurzen Wege sind. So können wir unseren Patienten ein umfassendes Behandlungskonzept von der ersten ambulanten Begegnung über einen möglichen stationären Aufenthalt mit Operation bis hin zur umfangreichen Nachsorge durch die spezialisierten Ärzte aus unseren Teams anbieten“, fasst Prof. Clusmann zusammen.

Auch die fundierte ärztliche Zweitmeinung ist Teil des Leistungsspektrums: „Für uns kommt eine OP erst infrage, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Denn auch mit konservativen Therapien können wir das Fortschreiten einer Wirbelsäulenerkrankung eindämmen und die Symptome lindern, im besten Fall sogar heilen“, sagt Prof. Tingart.

Tipps für einen gesunden Rücken finden Sie hier.