Detox für die Leber

Alkohol, Medikamente, fettes Essen – wir machen unserer Leber das Leben oft nicht leicht. Damit sie dauerhaft gesund bleibt, sollten wir das wichtige Entgiftungsorgan selbst besser vor Giftstoffen schützen.

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Detox ist momentan in aller Munde und regelrecht „in“. Der Begriff kommt vom englischen Wort „Detoxification“ und bedeutet Entgiftung. Ein ganzer Markt mit Detox-Produkten wartet auf diejenigen, die ihren Körper und vor allem die Leber bewusst reinigen möchten. Generell ist die Idee, die Leber vor Giftstoffen zu schützen und sie von ihnen zu befreien, gut. Vor allem Raucher, aber auch Menschen, die viel Alkohol, Fett, Fruchtzucker oder Weißmehlprodukte zu sich nehmen, können ihrer Leber durch Auszeiten etwas Gutes tun. Doch dafür braucht man keine teuren Spezialprodukte, wie Univ.-Prof. Dr. med. Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin (Med. Klinik III) an der Uniklinik RWTH Aachen, weiß: „Eine bewusstere Ernährung reicht.“

Gesunder Verzicht: Meiden, was der Leber schadet

Alkohol und Nikotin sind Gifte und schaden der Leber am meisten. Daher sollte man auf diese Genussmittel, wann immer es geht, verzichten. „Giftfreie Tage wären ein Anfang, noch besser ist die dauerhafte Abstinenz“, rät Prof. Trautwein.

Wenn viel Fruchtzucker und Fett über die Nahrung in den Körper gelangen, muss die Leber Schwerst­arbeit leisten. „Vor allem wenn diese Lebensmittel in großen Mengen verarbeitet werden müssen, tut sich die Leber schwer“, erklärt der Experte. Daher sollten Sie Fruchtzucker und tierische Fette nur in Maßen verzehren. Besser sind Omega-3-Fettsäuren, diese kann die Leber gut verarbeiten und sie haben eine schützende Wirkung. Ideal sind Fettfische (Hering, Lachs, Makrele) oder Algen-Extrakte, auch Olivenöl und Kokosfett sind zu empfehlen.

Essen Sie außerdem statt Weißmehl die Vollkornvarianten.

Schon gewusst?
Oft werden pflanzliche Öle zur Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren empfohlen. Doch aufgepasst: Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Quellen sind nur sehr bedingt vom menschlichen Körper zu verwerten. So weisen Veganer häufig einen Mangel an Omega-3-Fettsäuren auf, sofern sie diese nicht supplementieren. Pflanzenöle enthalten außerdem oft große Mengen entzündungsfördernder Omega-6-Fettsäuren. Die Forschung zeigt mittlerweile immer klarer, dass ein hoher Konsum von Pflanzenölen nicht gesund ist – hier sind künftig noch mehr Erkenntnisse zu erwarten. Ausnahmen sind Olivenöl und Kokosfett.

Zuckerhaltige Getränke sind äußerst ungesund, weil sie in kürzester Zeit große Mengen an Zucker in den Körper befördern. „Während der Zucker aus einem Apfel, den man isst, nur langsam vom Darm in die Leber gelangt, sorgt bei einem Apfelsaft eine viel Größere Menge Zucker in einem deutlich kürzeren Zeitraum für deutlich mehr Arbeit in der Leber“, erklärt Prof. Trautwein. Ersetzen Sie daher Fruchtsaft und Cola durch Wasser und ungesüßten Tee.

Auch ein guter Lebensstil hilft

„Neben einer bewussten Ernährung freut sich die Leber, wie so viele andere Organe auch, über einen gesunden Lebensstil“, ergänzt der Experte. Regelmäßige Bewegung ist gut für die Leber. Mit Sport unterstützen Sie Ihren Stoffwechsel und die Leber kann Fett abbauen. Versuchen Sie außerdem, Stress zu vermeiden. Stress belastet die Leber – der Cortisol-Spiegel erhöht sich, was negative Auswirkungen auf die Leber hat. Daneben ist bei der Einnahme von Medikamenten Vorsicht angebracht. Viele Wirkstoffe werden in der Leber abgebaut. Darum sollten Sie Medikamente nur nach Absprache mit Ihrem Arzt nehmen. Auch vermeintlich harmlose Medikamente oder etwa Naturprodukte können, wenn eine zu lange oder zu hochdosierte Einnahme erfolgt, einen Leberschaden hervorrufen.

Da sich eine geschädigte Leber wieder regenerieren kann, ist es nie zu spät, mit dem natürlichen Leber-Detox anzufangen. Genauso wie der Lebensstil viele Leberleiden verursachen kann, lassen sie sich mit ihm auch aufhalten. Ein Hoch auf die Leber!


Achtung: Die Leber erkrankt oft unbemerkt

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Anders als viele andere Organe tut eine erkrankte Leber nicht weh. Die Leber ist sehr widerstandsfähig und kann auch dann noch ihre Aufgaben erfüllen, wenn sie teilweise geschädigt ist. Zudem kann sie Schäden sehr gut reparieren, solange diese nicht zu schwerwiegend sind. Werden Leberschäden jedoch zu spät erkannt, können sie nicht mehr rückgängig gemacht werden, die Leber vernarbt.

Da eine kranke Leber kaum Symptome verursacht, bleiben viele Leberleiden oft lange unentdeckt. Typische Begleiterscheinungen von Lebererkrankungen sind Abgeschlagenheit und Leistungsabfall. Hinweise können neben Müdigkeit auch ein Druckgefühl im rechten Oberbauch sein. Nicht selten wird ein Leberleiden zufällig entdeckt, etwa bei einem Ultraschall oder durch ein Blutbild bei einer Vorsorgeuntersuchung. Wer sich um seine Lebergesundheit sorgt, sollte sich seinem Arzt anvertrauen.