Kinderleicht erklärt: Was macht ein Chirurg?

„Wenn ich groß bin, werde ich Arzt“ – von diesem Beruf träumen viele Kinder. Doch Arzt ist nicht gleich Arzt. Es gibt Kinderärzte und Hautärzte, Ärzte für den Bauch oder das Herz, Ärzte speziell für Frauen und Männer. Und es gibt Ärzte, die andere operieren. Man nennt sie „Chirurgen“. Übersetzt heißt das Wort: Arbeiten mit der Hand, Handarbeit, Handwerk. Wir erklären euch, was ein Chirurg macht.

© daniilvolkov – stock.adobe.com

Mit der Chirurgie kann man Krankheiten, Verletzungen oder Fehlbildungen behandeln. Dabei geht es um Operationen, also um Eingriffe in den Körper eines Menschen. Oft schneiden Chirurgen etwas weg, das krank ist, oder sie tauschen ein krankes Organ gegen ein gesundes von einem anderen Menschen aus. Manchmal operieren sie auch, weil ein Knochen gebrochen ist, zum Beispiel nach einem Unfall.

Fortschritte in der Medizin

Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer haben Operationen durchgeführt. Die Bedingungen waren aber ganz anders als heute. Früher waren die Instrumente nicht sauber und es gab keine Betäubungsmittel. Viele Menschen sind an Bakterien und Keimen gestorben oder wurden wegen der Schmerzen ohnmächtig. Heute ist das anders, die Medizin hat im Laufe der Jahrhunderte viele Fortschritte gemacht. Es gibt einen richtigen Operationssaal mit Ärzten und Pflegern. Sie wissen genau, was zu tun ist. Einige reichen dem Chirurgen die Geräte an, andere sorgen für den tiefen Schlaf, den man Narkose nennt. Der Patient merkt dann gar nicht, was passiert.

Viele Eingriffe können heute ambulant vorgenommen werden. Das heißt, ein Kind wird morgens operiert und mittags wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Bei einigen Operationen müssen Kinder länger behandelt werden. Sie kommen auf eine eigene Station mit einem Kinderarzt. Bei der Operation dürfen die Eltern nicht dabei sein. Sie können aber vor dem Operationssaal warten und ihr Kind besuchen, wenn es aus der Narkose aufwacht.

Nur kleine Schnitte

Bei Kindern sollten die Schnitte nach Möglichkeit nur ganz klein sein, um den Körper nicht zu sehr zu verletzen. Ärzte wie Professor Ulf Neumann von der Uniklinik in Aachen nutzen dafür ein spezielles Gerät, man nennt es Laparoskop. Sie machen einen winzigen Schnitt im Bauchraum und gehen über die Öffnung mit einer Kamera in den Körper. Dort können sie dank der Kamera alles sehen und operieren. So entsteht nur eine kleine Wunde. Da sie schnell verheilt, können die Kinder auch rasch wieder nach Hause. Außerdem bildet sich nur eine kleine Narbe. Professor Neumann sagt: „Eine Operation ist immer aufregend. Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene. Sie ist aber eine tolle Möglichkeit, Menschen zu helfen. Wir haben damit schon viele kleine und große Patienten wieder gesund gemacht.“