Kinderleicht erklärt: Was ist eigentlich eine Narkose?

Narkose bedeutet so viel wie „einschlafen oder betäuben“ – ähnlich wie bei Dornröschen. Wir erklären euch, warum man vor einer Narkose keine Angst haben muss und was genau dabei mit dem Körper passiert.

Was ist eigentlich eine Narkose?
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Sebastian hat sich seinen Arm beim Fahrradfahren gebrochen. Da dieser nicht von alleine  abheilen kann, wird Sebastian operiert. Auch andere Krankheiten, beispielsweise ein entzündeter Blinddarm, werden so behandelt. Damit Sebastian keine Schmerzen hat und  während der Operation nichts spürt, bekommt er für diese Zeit eine Narkose.

Vor der Operation führt der Narkosearzt, sozusagen ein Schlafdoktor, ein ausführliches Gespräch mit Sebastian und seinen Eltern. Ärzte wie Professor Rolf Rossaint von der  Uniklinik RWTH Aachen machen das zum Beispiel. So wissen alle, was für die Narkose zu  beachten ist. Professor Rossaint und sein Team machen für die Operation bei Sebastian eine sogenannte Narkose. Diesen Zustand kann man auch als einen tiefen, festen Schlaf bezeichnen. Sebastian schläft aber nicht durch einen Zauber, sondern durch
eine ganz besondere Medizin.

Nur ein kleiner Piks

Beim Einschlafen ist es sehr wichtig, dass die Lunge gut mit Luft gefüllt ist. Deshalb muss Sebastian eine Maske über Mund und Nase aufsetzen, durch die er Sauerstoff einatmet.  Dann leiten Ärzte die Narkose ein. Während Sebastian über die Maske Luft tief ein- und  ausatmet, wird ihm mit einem kleinen Piks ein Zugang für das Schlafmittel am Arm gelegt.  Dazu wird die Hand oder der Arm mit einem „Zauberpflaster“ vorbereitet, das die Haut
betäubt. Erst dann erfolgt der Piks. Durch das dann gespritzte Schlafmittel wird Sebastian automatisch immer müder und müder.

Irgendwann ist er so müde, dass er tief und fest schläft. Je mehr Sebastian von diesem Mittel bekommt, desto länger schläft er.

Mama oder Papa können Sebastian in den Operationssaal begleiten und zusehen, wie Sebastian in aller Ruhe einschläft. Der Narkosearzt und weitere beteiligte Ärzte passen gut auf ihn und alle weiteren kleinen und großen Patienten auf und
begleiten sie durch die Operation.

Übrigens:
Wenn Sebastian ganz fest beim Einschlafen an etwas Schönes denkt – vielleicht träumt er dann auch davon!

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Atmen mit der Maschine

Bei ganz tiefem Narkose-Schlaf kann es übrigens sein, dass Sebastian nicht mehr selbstständig atmen kann. Dies übernimmt dann eine Maschine für ihn. Über die Maschine haben die Ärzte im Blick, dass Sebastian mit ausreichend Luft versorgt wird. Die Ärzte lassen ihn genauso lange schlafen, bis die Operation vorbei ist. Gleich danach wacht er entweder noch im Operationssaal oder in einem speziellen Aufwachraum wieder auf. Sebastian ist danach noch etwas schläfrig. Dann wird geschaut, wie es ihm geht. Noch bevor Sebastian richtig wach ist, dürfen seine Eltern ihn besuchen.